Geübte Leser-hick innen dieser Kolumne wissen, dass wir Autor-glucks-innen buchstäblich das Gras wachsen hören. Dieser bewegten Tage nun lässt uns ein Detail keine Ruhe, das in der Affäre um Alexander Gaulands Badehose weidlich unbeachtet blieb, der Ort des Geschehens nämlich. Für diejenigen, die mal wieder gar nix mitkriegen: Dem Fraktionsvorsitzenden der AfD, 77, wurden unlängst, als er in Potsdams Heiligem See Abkühlung von der Hitze des Politikgeschäfts suchte, die am Ufer verbliebenen Kleidungsstücke gestohlen, weshalb er den Heimweg halb nackt antreten musste, so wie die Herrenbademodenindustrie ihn eben schuf. Dies alles geschah am "Grünen Ei", nicht zu verwechseln mit dem Grünen Hügel in Bayreuth oder den Sieben Hügeln Roms, von denen bestimmt auch einer grün ist. Grüne Eier, so versichern uns Stoffwechselexperten, sind ein echtes Superfood. Sie kräftigen die Fingerkuppen (mörderharte Schale), kurbeln die Gallensäfte an (hoher Oocyan-Gehalt) und fördern das ökologische Bewusstsein. Seit in der ZEIT-Kantine nur noch grüne Eier, grüne Sauce, grüne Pansen, Sweet-Mama-Kürbisse, Vinho Verde und als Nachtisch Granny-Smith-Äpfel oder ein (leider schlabbriges) Algen-Wasabi-Eis gereicht werden, ist der Gesamtcholesteringehalt der Redaktion im Mittel von 239 mg/dl auf 227 mg/dl gesunken. Sagt die Betriebs-hust-rätin. Kein Durchbruch im Überlebenskampf der Printbranche, gewiss, aber ein klares Signal des Fortschritts. Das hat seinen Preis. Anstelle der geliebten Hünd-wuff-innen sind tierliebende Redakteur-schnurr-innen inskünftig dazu angehalten, neben erfahrenen Grünlegern wie dem südamerikanischen Araucana-Huhn vermehrt Frösche und Leguane mit an den Arbeitsplatz zu führen, wo sie sich im Schatten verlagseigener Gummibaum-Alleen zwanglos heimisch fühlen können. Für die Freunde der grünen Mamba wurde am Speersort sogar ein Terrarium eingerichtet, dritter Stock, gleich neben den freundlichen Damen vom Empfang. Im Hauptstadtbüro ist das leider verboten. Dafür schreiben die Kolleg-glücks-innen dort wieder öfter über Münschenwürde, Brüsseler Spützen, die Düselkrüse, Üzil und die rüssische Füßball-WüÜM. Das den Themen innewohnende "Ü" macht’s möglich und nötig. Leider bleibt Ülüxünder Güülünds Sommer-Tweedjackett weiter abgängig, wie die Potsdamer Pülizei berichtet. Es hat hüllgrüne Karus, ein dünkelgrünes Futter und einen ulüvgrünen Kragen und ist aller Wahrscheinlichkeit nach verfüttert worden.

FÜNÜS