Vor 200 Jahren wurde Adolf Anderssen in Breslau geboren, wo er 1879 auch starb. Trotz großer Erfolge, vor allem bei seinem epochalen Turniersieg auf der Weltausstellung in London 1851, der einen "Sturm der Begeisterung" über diese "nationale Tat" auslöste, blieb er als damals bekanntester Schachspieler der Welt sein Leben lang bodenständig und verschmähte ein durchaus mögliches Berufsspieler-Dasein, unterrichtete stattdessen Mathematik und Geografie an einem Gymnasium seiner Heimatstadt. Und obwohl man in ihm "ein Sinnbild der unversieglichen Kraft des deutschen Genius" (Bernd-Peter Lange im kulturellen Schachmagazin Karl) sah, was durchaus Ressentiments wecken konnte, war er wegen seiner Bescheidenheit und Friedfertigkeit auch im Ausland sehr beliebt. "Nie habe ich einen großherzigeren Gentleman als Herrn Anderssen kennengelernt", meinte der Sekundant seines amerikanischen Rivalen Paul Morphy, als Anderssen bei ihrem Match in Paris 1858 wegen dessen Erkrankung zu jeder Verschiebung bereit war und schließlich sogar in Morphys Hotelzimmer spielte.

Anderssens romantischer, mit Opfern gewürzter Angriffsstil begeistert bis heute, berühmt sind seine "Unsterbliche" gegen Lionel Kieseritzky und seine "Immergrüne" gegen Jean Dufresne. Eine der schönsten Schachkombinationen überhaupt gelang ihm 1869 gegen Johannes Zukertort.

Mit welcher Opferkaskade konnte Anderssen als Weißer in fünf Zügen matt setzen?

Lösung aus Nr. 24:

Welche herrliche Opferkombination gewann für Weiß? Nach dem Springeropfer 1.Sg5+! hxg5 (1...Txg5 2.hxg5 wäre trostlos) schlug das Turmopfer 2.Txf7+! ein: 2...Tg7 3.Dxe6 verlöre die Dame, nach 2...Dxf7 3.hxg5+ Kg7 4.Dh6 matt war es gleich aus