Tritt man einigen Nationalhelden zu nahe, dann fallen tiefe Schatten auf Freiheitskämpfer, selbstlose Verteidiger des Glaubens oder Wohltäter des einfachen Volkes. Nicht anders bei ihm. Ein Epos verklärte ihn zur Idealfigur eines Ritters, der im Namen des rechten Glaubens die Rückeroberung verlorenen Landes begann. Durch die Jahrhunderte mehrte eine Vielzahl von Nacherzählungen, Romanen und Opern seinen Ruhm. Der Geschichte hinter der Legende fehlt leider fast jeder heroische Glanz. Der Held war kleinadeliger Herkunft, wuchs als Halbwaise am Hof eines Königs auf und erwarb sich einiges Renommee als mutiger Zweikämpfer und Bannerträger.

Die Heirat mit einer Verwandten das Königs festigte seinen sozialen Aufstieg. Als er eigenmächtig Eroberungszüge unternahm und sich in die Konflikte Andersgläubiger einmischte, fiel er in Ungnade. Prompt lief er zu ihnen über und führte im Auftrag eines ihrer Herren als eine Art "Warlord" eine erfolgreich marodierende Söldnertruppe. Trotz seiner Wiederannäherung an das Königshaus behielt er eigenmächtig die Schutzherrschaft über eine Stadt und ein kleines Fürstentum der Andersgläubigen, die er gegen die Angriffe aller Parteien verteidigte. Er führte ein strenges Regiment, verhängte harte Strafen und unterdrückte die religiöse Mehrheit. Wahrscheinlich setzte ein vergifteter Pfeil seinem Leben ein Ende. Die Legende berichtet, man habe den sorgfältig geschminkten Toten in voller Rüstung auf ein Pferd gebunden, ein Schwert in seiner Hand befestigt und ihn so in die Schlacht geführt. Wer war’s?

Lösung Nr. 26:

Claudia Benedikta Roth, geb. 1955 in Ulm, ist eine Politikerin und seit 2013 Vizepräsidentin des Bundestages. 1982 bis 1985 managte sie die Politrock-Band "Ton Steine Scherben", kam dann als Pressesprecherin zu den Grünen. 2001/02 sowie 2004 – 2013 war sie eine von zwei Bundesvorsitzenden der Partei Bündnis 90/Die Grünen.