Hugo von Trimberg, Dichter und Leiter der Bamberger Gangolfschule (in der später auch ich das Abc erlernte), schrieb um 1290 die Moralschrift Der Renner. Darin wetterte er gegen alle "Luderer", die mit Kegel- und Würfelspiel, mit Turnierstechen und Steinwerfen der Spielleidenschaft verfallen seien – das Schachspiel nahm er jedoch als Allegorie der göttlichen Weltordnung ausdrücklich aus. Ganz in diesem Sinne berichteten am 4. März 1868 die Bamberger Neuesten Nachrichten, dass sich "aus den Reihen des Turnvereins ein Schachklubb (sic!) constituiert hat, der manchen jungen Mann dem so überhandnehmenden Kartenspiel entziehen und einem anerkannt edlen und geistreichen Spiele zuführen wird". So lesen wir es gerne.

Dementsprechend feiert der Schachclub 1868 Bamberg heuer seine 150 Jahre unter anderem mit der Deutschen Schachmeisterschaft im Blitzschach, mit Simultanschachspielen, mit Schachfilmen sowie Schachtheater. Zum Festwochenende Ende Juni wird Bundesfinanzminister a. D. Peer Steinbrück, ein Schachkönner und -liebhaber, den Festvortrag Schach und Politik halten und hoffentlich über das angeblich edle und geistreiche Schachspiel freundlichere Worte als zuletzt über die Sozialdemokratie finden.

Beim Bamberg-Open gewann der junge deutsche Großmeister Alexander Donchenko den 1. Schönheitspreis – verziehen sei ihm, dass dies gegen den Bamberger Ralf Mittag war.

Mit welcher Kombination konnte er als Weißer in wenigen Zügen matt setzen?

Lösung aus Nr. 26: Wie setzte Schwarz in drei Zügen matt?

Nach 1...Sg1+! 2.Kh4 Tg4+ 3.Kh5 g6 matt war des weißen Königs Mühsal zu Ende – der spanische König Alfons der Weise schrieb schon 1283, dass das Schicksal eines Königs auch vom kleinsten Bauern abhängig sei