Nichts sollte von ihnen bleiben

Pater Dmitri schaut in die Tiefe. "Hier wurden sie verbrannt, der Zar und seine Frau, die Kinder." Ein zugeschütteter Schacht liegt vor ihm, Gras ist darüber gewachsen, Birken stehen Spalier. Ganins Grube nahe Jekaterinburg im Ural war einst ein kleines Bergwerk, heute steht hier unter hohen Bäumen ein Kloster der russisch-orthodoxen Kirche.

Von der Zarenfamilie sei so gut wie nichts geblieben, sagt Dmitri, nur Kleiderfetzen und ein abgeschnittener Finger. Und was ist mit dem Holzkreuz an einem Sumpf sieben Kilometer weiter? "Es gibt kein anderes Grab." Aber in St. Petersburg wurden doch vor 20 Jahren die Gebeine bestattet? "Das erkennen wir in der Kirche nicht an." Als wir uns aufmachen, um die Gedenkstätte am Sumpf zu besuchen, warnt Pater Dmitri: "Seien Sie bloß vorsichtig, da gibt es infektiöse Zecken." Die Kirche mag keine Zweifel an ihrer Sicht der Dinge.

Die Hinrichtung der Romanows ist ein Kriminalthriller, dessen Schlusskapitel noch immer nicht geschrieben ist. An mindestens drei Orten können die Russen ihre letzte Zarenfamilie betrauern, und überall bekommen sie eine andere Geschichte zu hören. Zu ungeheuerlich war die Tat, zu erdbebenhaft die Zerstörung des Zarenreichs, zu mörderisch das folgende bolschewistische Regime, als dass einfach Gras darüber hätte wachsen können. Kommunisten und Kirche, Wissenschaftler und Verschwörungstheoretiker, Adlige und Reliquiensammler streiten noch immer darüber, was genau damals geschehen ist. Der Mehrfachmord an den Romanows entsetzte 1918 die ganze Welt. Er wurde zum Inbegriff der sich verselbstständigenden revolutionären Gewalt. In Russland ist er bis heute ein Trauma.

An der Stelle der Hinrichtung in Jekaterinburg ragt seit 2003 eine weiße Kathedrale auf, die Kirche auf dem Blut. Davor pflanzen Mädchen kurz vor dem 100. Jahrestag des Zarenmordes Primeln. Präsident Putin hat seinen Freund Gerhard Schröder schon hierhergeführt. Im Keller, wo die Familie erschossen wurde, steht eine neue Kapelle kurz vor der Eröffnung. Säulen und Wände aus blutrotem Marmor, goldene Bögen und Decken. Von den Wänden blicken Zar, Zarin und der Leibarzt als Ikonen. Die Kirche hat sie als Märtyrer heiliggesprochen.

Schaut man auf die letzten Tage der Familie zurück, ist das Wort Martyrium gar nicht so falsch: "Die Straße war einfach nur grauenhaft, der Wind eisig, Schneeregen, das Wasser stand bis zu den Bäuchen der Pferde, wir alle zerrissen vor Angst, voller Schmerzen", notierte Zarin Alexandra im Frühjahr 1918 in ihr Tagebuch. Die Familie befand sich auf der Reise nach Jekaterinburg. Erst mit der Kutsche, dann im Zug: "Wir standen ganze Ewigkeiten auf den Gleisen, fuhren hin und her." Bis sie am 30. April den Provinzbahnhof mit dem rot-weißem Harlekinmuster auf dem Dach erreichten. Nikolaus II., Alexandra, ihre fünf Kinder und der Rest des Hofstaats zogen ihre Koffer durch den Staub. Dann bestiegen sie einen offenen Lastwagen, bewacht von schwer bewaffneten Soldaten. Seit sich die Bolschewiki in der Oktoberrevolution 1917 an die Macht geputscht hatten, herrschte Bürgerkrieg in Russland.

Nikolaus war tief deprimiert. Der gestürzte Zar wollte partout nicht nach Jekaterinburg, die von Peter I. gegründete Industriestadt im eisenerzreichen Ural. Um den künstlich gestauten Fluss Isset hatte Peter Arbeiter und Handwerker ansiedeln lassen. Im Ersten Weltkrieg litten die Menschen hier große Not, viele starben in den Gruben und Fabriken und hinterließen ungezählte Waisenkinder. Nikolaus war kein gütiger Monarch. Er regierte im autokratischen Stil der Vorväter, ließ Minderheiten und Oppositionelle unterdrücken, schickte sie in Straflager, erstickte Arbeiteraufstände und die ersten demokratischen Regungen nach der Revolution von 1905. Die Misswirtschaft der Regierung im Ersten Weltkrieg und das Treiben zwielichtiger Berater am Hofe führten mit zu seinem Sturz. Am Bahnhof Jekaterinburg musste der Ex-Zar Ende April 1918 vor dem aufgebrachten Mob beschützt werden. Man hasste ihn in dieser Stadt.

Der Lastwagen fuhr den Auferstehungshügel hoch und hielt vor einem einstöckigen weiß verschlämmten Haus. Eine bessere Gegend fern des Mobs. Vor der Revolution wohnte hier der Eisenbahningenieur Ipatjew. Aus seinem Haus hätte die Zarenfamilie über die Gärten und Kupferdächer bis zum Fluss sehen können. Aber die Bolschewiki zogen einen Palisadenzaun ums Haus. Bloß kein Kontakt zur Bevölkerung. Um 21.30 Uhr trank man Tee, schreibt Alexandra, dann las Nikolaus aus der Bibel vor. Um 23 Uhr gingen alle zu Bett.

Seit der Abdankung Nikolaus’ II. im März 1917, wenige Wochen nach der Februarrevolution, war die Familie auf der Flucht. Eine Zeit lang stand sie in einer der Residenzen nahe St. Petersburg unter Hausarrest. Die britische Krone lehnte die Aufnahme ihrer russischen Verwandten ab. Nach Deutschland, wo Wilhelm II., ein Cousin der Zarin, regierte, konnten sie ebenfalls nicht fliehen: Russland stand noch im Krieg mit dem Deutschen Reich. Im August wurde die Familie nach Tobolsk verlegt, 1800 Kilometer östlich von Moskau, nach Sibirien, wohin die Zaren stets ihre aufmüpfigen Untertanen verbannt hatten. Von dort brachten die Bolschewiki sie im April ins etwas westlicher gelegene Jekaterinburg, wo der Ural-Sowjet von Anfang an Mordgedanken hegte.

Das Geheimnis in Ganins Grube

Zunächst aber machten die Revolutionäre der tief gefallenen Familie klar, dass es ihr nicht besser gehen könne als der unter dem Bürgerkrieg leidenden Bevölkerung. Aus einem Kloster brachten Mönche täglich Eier, Butter und Milch. Der Befehlshabende strich Butter und Eier von der Liste, das Schwarzbrot blieb: "sowjetisches Frühstück". Als Alexandra einmal zu lang aus dem Fenster schaute, übertünchte ein Maler die Scheiben. Spazierengehen hinter dem Bretterzaun war nur für kurze Zeit am Tag gestattet. Weil der Zar und seine Familie gern badeten, stellte man ihnen das Wasser ab. Der Ural-Sowjet hatte überdies angeordnet, dass die Fenster geschlossen bleiben. "Es war unerträglich heiß und stickig, im ganzen Haus roch es nach Küche", klagte Alexandra. Nikolaus beschwerte sich. Zwei Wochen später kamen Soldaten und öffneten kurzzeitig ein Fenster, an das sich die ganze Familie drängte, um Luft zu schnappen.

Alexandra kümmerte sich die meiste Zeit um ihren Sohn, den einstigen Thronfolger Alexei. Der 14-Jährige war Bluter, musste vor jeder scharfen Kante geschützt und am besten getragen werden. Aber nicht von Alexandra, die im Rollstuhl saß und ein schweres Ischias-Leiden hatte, dazu Migräneanfälle. Nikolaus litt an Hämorrhoiden, der Leibarzt war stets in der Nähe und legte Kompressen an. Unablässig trug seine Gattin Zimmer- und Körpertemperaturen in ihr Tagebuch ein. Diese Familie war wirklich keine Gefahr mehr für niemanden. 300 Jahre Romanow-Dynastie kamen an ihr Ende. Vom Gründervater Michail Romanow 1613 über den brachialen Modernisierer Peter I., die Eroberer-Zarin Katharina II., den Napoleon-Bezwinger Alexander I. bis zum Reformer Alexander II.: Die prunkvolle Geschichte des russischen Zarengeschlechts verglühte hier in sauerstoffarmer Luft zwischen Sowjetschwarzbrot und Wadenwickeln.

Und doch waren die Bolschewiki unruhig. Was, wenn sie den Krieg verlören? Wenn die Konterrevolution den Zaren befreite? Anfang Juli 1918 rückten von Westen die Deutschen vor – obwohl man in Brest-Litowsk Frieden mit ihnen geschlossen hatte. Von Norden her griffen amerikanische, britische und französische Soldaten aufseiten der antibolschewistischen "weißen" Truppen in die Kämpfe ein. In der Ukraine und in Sibirien stießen die weißen Generale vor. Eine tschechische Freiwilligenarmee schloss sich ihnen an und marschierte gen Jekaterinburg. Für die ursprüngliche Idee, Nikolaus II. den Prozess zu machen, blieb da wenig Zeit. Eine Entscheidung musste her: Verlegung oder Vernichtung der Zarenfamilie. Der Ural-Sowjet war längst für die Hinrichtung – Lenin schwenkte auf diese Linie ein und bewilligte den Mord. Er wollte "den Weißen kein lebendes Symbol hinterlassen, um das sie sich sammeln könnten", schrieb Lenins Mitstreiter Leo Trotzki.

Der letzte Tag der Zarenfamilie, der 16. Juli 1918, war sonnig und kühl. Die Bolschewiki hatten einen neuen Aufseher geschickt, Jakow Jurowski, einen schwarzbärtigen, kohlenäugigen Geheimpolizisten der gefürchteten Tscheka. Er brachte Eier und Milch für Alexei, der sich erkältet hatte. Die Familie ging für eine halbe Stunde zwischen Hausmauer und Zaun spazieren. Sie lasen einander aus der Bibel vor. Um acht Uhr aßen sie zu Abend, beteten. Dann gingen die Mädchen und Alexei zu Bett. Alexandra und Nikolaus spielten noch etwas Karten. "15 Grad", lautet der letzte Eintrag in Alexandras Tagebuch.

Bald nach Mitternacht weckte Jakow Jurowski den Leibarzt. "Es kann zu Schießereien kommen. Wegen der unruhige Lage in der Stadt müssen wir die Familie in den Keller verlegen." Eine gute halbe Stunde später stiegen die Romanows die abgetretene Holztreppe hinab. Nikolaus trug Alexei. Er bat um einen Stuhl für den Sohn und seine Frau. Die Töchter drückten der Mutter ein Kissen in den Rücken. Die jüngste, Anastasia, hielt ihr Schoßhündchen auf dem Arm. "Keine Tränen, kein Schluchzen, keine Fragen", stellte Jurowski fest. Er bat sie aufzustehen für ein Foto.

Elf Männer betraten den 16 Quadratmeter großen Raum. Statt Kameras trugen sie Revolver und Gewehre. Jurowski zog ein Papier heraus: "Das Exekutivkomitee des Ural-Sowjets hat beschlossen, Sie zu erschießen." Nikolaus fragte noch "Was?", schon hatte er eine Kugel im Herz – aus Jurowskis Revolver. Dann feuerten alle. Alexandra brach auf dem Stuhl zusammen, der Leibarzt, die Zofe, der Koch schlugen auf den gelb getünchten Boden. Alexei lag stöhnend auf dem Stein. Jurowski schoss ihm zweimal ins Ohr. Den Hund erledigten sie nebenbei mit dem Kolben. Doch die Mädchen schrien weiter. Die Kugeln prallten von ihren Kleidern ab. Darunter waren die Reste des Familienschmucks eingenäht, mit Brillanten, härter als Stahl. Jurowskis Männer mussten vor den Querschlägern in Deckung gehen. Dann kam die Handarbeit. Mit Bajonetten stachen sie so lange auf die Kinder ein, bis keines sich mehr bewegte. Jurowski fühlte allen den Puls und nickte. "Die ganze Prozedur dauerte zwanzig Minuten", notierte er.

Was nun begann, sollte Russland entzweien: die Bestattung oder vielmehr Entsorgung der Mordopfer. Jurowski, für den die "Prozedur" vor allem ein logistisches Problem war, hatte einen Lastwagen geordert. Das Ziel hatte er am Tag zuvor ausgekundschaftet: den einstigen Kohlenschacht Ganins Grube.

Die Henker verluden die Leichen und fuhren "gegen drei, halb vier Uhr morgens los", heißt es in Jurowskis Aufzeichnungen. 17 Kilometer weit quälten sie sich in den Wald hinein. Irgendwann standen die Bäume zu eng, sie luden die Leichen auf Karren und zerrten sie bis zu Ganins Grube. Jurowski ließ ihnen die Kleider abnehmen. Da entdeckten sie den Schmuck. Die Männer wollten zugreifen, aber Jurowski schickte alle fort, auf die er sich nicht blind verlassen konnte. Acht Kilo Diamanten kamen zusammen, dazu Perlenketten und Gold. Jurowski ließ alles in Säcke stopfen, die er dem Ural-Sowjet übergab. Dann verbrannten seine Leute die Kleidung, warfen die Leichen in den Schacht und schleuderten Handgranaten hinterher, um ihn zum Einsturz zu bringen. Jenen Schacht, in den heute Pater Dmitri schaut, wenn er im Kloster umhergeht. Bis hierhin reicht auch Dmitris Erzählung.

"Wir nehmen die Version des Ritualmords sehr ernst"

Jurowski aber ließ die Sache keine Ruhe. Zu viele Zeugen wussten von dem Geheimnis in Ganins Grube. Die weißen Truppen kamen näher, auch der Knochen sollten sie nicht habhaft werden. So brach Jurowski in der nächsten Nacht erneut mit seinen Männern auf. Sie bargen die Toten mit Seilen aus dem Schacht, fuhren tiefer ins Dickicht, ins Sumpfgebiet. Bald blieben sie stecken, zogen zwei Leichen vom Lkw. "Einen Teil verbrannten wir, einen Teil begruben wir", schreibt Jurowski. Die anderen Leichen schleppten sie tiefer in den Wald. Dort hoben sie eine Grube aus und warfen sie hinein. "Wir übergossen sie mit Schwefelsäure, damit man sie nicht mehr erkannte und kein Geruch entstand." Äste, Kalk und Erde kamen darüber, am Ende fuhr der Lastwagen die Stelle platt. Heute steht hier das schlichte Holzkreuz, vor dessen Besuch Pater Dmitri gewarnt hat. Das ist nicht seine Geschichte.

Die russisch-orthodoxe Kirche folgt bis heute streng der Version eines Ermittlers der weißen Truppen, Nikolai Sokolow. Genau eine Woche nach Jurowskis hektischer Verscharrung marschierten die Weißen in Jekaterinburg ein. Der Ermittler fand im Ipatjew-Haus Zahnbürsten, Haarnadeln, Bücher der Familie, im Keller die Einschläge der Kugeln. Später verfolgte Sokolow die Radspuren in den Wald und stieß auf Ganins Grube. Dort förderte er Gürtelschnallen von Nikolaus und Alexei zutage, einen abgetrennten Finger und den Kadaver des Hundes. Sokolow kam mit seinen dürren Erkenntnissen zu dem Schluss, dass die Leichen verbrannt worden seien und nichts übrig geblieben sei. Dieser Version hat sich die Kirche verschrieben, auch Pater Dmitri. Wider alle Erkenntnisse der vergangenen 25 Jahre.

Die Erben Lenins und ihr Staat mussten untergehen, bevor der Fall neu aufgerollt werden konnte. In den letzten Monaten der Sowjetunion 1991 hob man die verschwiegenen Grabstätten im Ural aus. Pathologen, Archäologen, Molekularbiologen beugten sich über die Knochen. Verwandte Monarchen wie Prinz Philip von England spendeten Blut für eine Vergleichsprobe. Getrennte Untersuchungen kamen zu dem einhelligen Ergebnis: Die Knochen aus dem Grab mit dem Holzkreuz sind tatsächlich die Überreste der Zarenfamilie. Nur die Gebeine der Kinder Alexei und Maria fehlten.

Russlands Präsident Boris Jelzin folgte dem Votum der Wissenschaft. Er ließ die unvollständige Zarenfamilie 1998 – zum 80. Todestag – in der Peter-und-Paul-Kathedrale in St. Petersburg bestatten. Es sollte ein Tag allrussischer Trauer und Versöhnung sein. Aber daraus wurde nichts. Die Zeremonie fand ohne kirchlichen Segen statt. Das Holzkreuz in Jekaterinburg brannte mehrmals ab, ein Attentäter versuchte sich 1998 nahe der Begräbniskirche in die Luft zu sprengen. Eine Front aus orthodoxer Kirche, Monarchisten, Faschisten und Kommunisten lehnt die Beerdigung der Zarengebeine – aus unterschiedlichsten Gründen – leidenschaftlich ab.

Die orthodoxe Kirche pflegt ihre Bedenken bis heute und spinnt ihre eigenen Theorien: Vor der neuen Kapelle unter der Kirche auf dem Blut in Jekaterinburg hängen Fotos vom Hinrichtungskeller. "Ritualmord" steht darüber. Gemeint ist, dass der Zar einer jüdischen Verschwörung zum Opfer gefallen sei. Kabbalistische Zeichen seien in die Wände geritzt gewesen. "Wir nehmen die Version des Ritualmords sehr ernst", sagt der Moskauer Bischof Tichon, enger Vertrauter des Patriarchen und angeblicher Beichtvater von Putin.

In Putins Amtszeit fällt die letzte große Ausgrabung. Im Sommer 2007 finden Ermittler die Gebeine von Alexei und Maria – dort, wo Jurowski 1918 in aller Eile zwei Leichen verbrennen und verscharren ließ. DNA-Proben bestätigen die Echtheit der Knochenreste. Die Moskauer Staatsanwaltschaft legt den Fall zu den Akten. Aber nicht die Kirche. Auf Betreiben des Moskauer Patriarchen werden die Zarengräber in Petersburg geöffnet und neue Proben entnommen. Putin lässt es geschehen. Die Gebeine von Alexei und Maria gehen ins Labor. Die Zweifel bleiben. Es ist, als wollte das 20. Jahrhundert in Russland nicht zu Ende gehen.

Auch im Westen heizte das Rätsel um den Verbleib der Leichen jahrzehntelang wilde Spekulationen an. Lebte die Familie womöglich noch? Manche nutzten das aus und machten Schlagzeilen als falsche Zarentöchter, und ein polnischer CIA-Agent gab sich als Alexei aus.

Am 17. Juli nun gedenken die Russen der Zarenfamilie in St. Petersburg, an Ganins Grube, am Holzkreuz im Sumpf. Dreimal sind die Romanows bestattet worden – Ruhe haben sie keine gefunden. Vor allem nicht Alexei und Maria, deren Überreste, in Pappkartons verpackt, im Moskauer Staatsarchiv liegen. Ganz in der Nähe von Lenin übrigens, ihrem Mörder. Auch der ist ja noch nicht unter der Erde.

Korrekturhinweis: Nikolaus II war kein Neffe von Wilhelm II, wie es ursprünglich in diesem Text hieß. Er war ein angeheirateter Cousin. Wir haben das online korrigiert. Die Redaktion