DIE ZEIT: Frau Neumann, Sie haben am Montag ihr letztes Spiel bei der Weltmeisterschaft in Russland kommentiert, das 3 : 2 der Belgier gegen Japan. Konnten Sie schnell abschalten?

Claudia Neumann: Nein. Denn das war das beste und interessanteste Spiel, das ich in Russland kommentieren durfte. Mein Körper schüttete Adrenalin aus bis zum Anschlag. Das nimmt einen schon mit, mein Redakteur und ich waren danach komplett platt. Es prasseln so viele Signale und Reize gleichzeitig auf uns ein, das ist nicht vergleichbar mit Fußballgucken auf dem Sofa. Aber ich war trotzdem dankbar, dass es nicht in die Verlängerung ging. Ich hatte nämlich ganz schön Druck auf der Blase.