Schach Nicolas Rossolimo war ein Lebenskünstler, aber auch ein "Schach-Clochard" (so nennt ihn Vlastimil Hort auf de.chessbase.com), der sich viele Jahre als Hotelpage, Wäschereiarbeiter und vor allem Taxifahrer durchs Leben schlagen musste und alle Höhen herausragender Schacherfolge und Tiefen des mühsamen Überlebens in diesen ungeliebten "Brotberufen" erlebte.

Das Leben in den Nachkriegsjahren war selbst für einen der besten Schachspieler seiner Zeit hart und sollte es bis zu seinem tragischen Tod 1975 bleiben, als er sich bei einem Treppensturz schwere Kopfverletzungen zuzog – nachdem er nur drei Tage zuvor noch glänzender Dritter beim World Open in New York wurde.

Rossolimo, 1910 in Kiew als Sohn eines griechischen Vaters und einer russischen Mutter geboren, kam 1929 nach Paris und gewann vor allem in den Nachkriegsjahren etliche erstklassige Turniere, er vertrat Frankreich (1950 und 1972!) ebenso wie die USA (1958, 1960 und 1966) bei Schacholympiaden, nach ihm ist in der Sizilianischen Verteidigung die "Rossolimo-Variante" (1.e5 c5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5) benannt. Zeitweilig betrieb er in New York ein Schachstudio, wo auch Marcel Duchamp, der selbst Frankreich bei Schacholympiaden vertrat, gern verkehrte.

Zuallererst aber war Rossolimo ein Schachromantiker, dem eine schöne Kombination wichtiger als das nackte Resultat war.

Mit welcher herrlichen Opferkaskade gewann er 1949 als Schwarzer gegen den noch jungen Lothar Schmid?

Lösung aus Nr. 27:

Nach welchem weißen Opferschlag sank der schwarze König schnell dahin?

Mit 1.Txh7+! Kxh7 2.Dh4+ Kg6 (2...Kg8 3.Te8 matt) 3.Se7 matt hatte Weiß ein ästhetisches Mattbild aufs Brett gezaubert