Ein Blick in das Kuratorium der Stiftung verrät, welche programmatische Linie die AfD in Zukunft verfolgen wird. Dort sitzen 13 Männer und drei Frauen, sie alle sind dem rechten Milieu verbunden.

Karlheinz Weißmann, 59, gehört dazu, einer der bekanntesten deutschen Vertreter der Neuen Rechten. Er ist Mitbegründer und ehemaliger wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Staatspolitik – der Denkfabrik des Rechten Götz Kubitschek.

Neben ihm Karl Albrecht Schachtschneider, 78, Staatsrechtler und emeritierter Professor an der Uni Erlangen-Nürnberg, unter den Rechten als begnadeter Verfassungskläger gefeiert. Er klagte schon gegen die Einführung des Euro, gegen den EU-Beitritt Österreichs, gegen die Griechenlandhilfen, zuletzt gegen die Flüchtlingspolitik Merkels.

Ebenfalls Mitglieder sind Ulrich Kutschera, der Evolutionsbiologe, der gegen die Genderforschung polarisiert, sowie der Publizist und Theologe David Berger, Inhaber des rechten Blogs Philosophia Perennis, auf welchem er gegen die Einführung der Homoehe schreibt. Zu den Frauen im Kuratorium zählt Susanne Dagen, Initiatorin der Charta 2017, einer Petition Rechter, die im vergangenen Herbst unter großem Aufsehen der Frankfurter Buchmesse "Gesinnungsdiktatur" vorwarf.

Vorsitzender des Stiftungskuratoriums ist Max Otte, 53, jener Ökonom, der mit seinem Buch Der Crash kommt einst die Finanzkrise 2008 vorhergesehen hat. Mittlerweile sieht er "zensurähnliche Zustände" im Land. Otte ist scharfer Gegner der Flüchtlingspolitik, AfD-Anhänger, aber CDU-Mitglied. Eine Konstellation, die in der Stiftung häufig vorkommt: Fast die Hälfte der 16 Mitglieder war oder ist Mitglied der CDU.

Wie die Stiftungen der anderen Parteien will nun auch die AfD mit ihrer Stiftung die politische Meinungsbildung im Land beeinflussen. Sie wird Stipendien an Studenten vergeben, wissenschaftliche Forschungsaufträge erteilen, Parteimitglieder weiterbilden. AfD-Chefin Alice Weidel wünscht sich, dass die Stiftung zur "Ideenschmiede" für das Land werde.

Es ist ein mächtiger Apparat, den die AfD da aufbaut, einer, der bis in die Schulen, Universitäten und Kulturinstitutionen hineinwirken wird.

Der Blick hinter den Vorhang der Stiftung zeigt schon heute, in welche Richtung man diesen Apparat lenken wird.