Stellt man die Frage einem Kaffee-Aficionado, wird der die Nase rümpfen: Kaffee bereite man selbstverständlich nicht aus fertigem Pulver zu, sondern aus Bohnen, die am besten erst am Vortag geröstet wurden und die man kurz vor dem Aufbrühen mahlt. Aber vielen Menschen ist das zu viel Aufwand. Wie kann man also das Aroma von Kaffeepulver am besten erhalten? Sein Geschmack hat vier Feinde: Luft, Feuchtigkeit, Licht und Wärme. Vor denen sollte man ihn schützen – und der Kühlschrank klingt zunächst nach einer guten Lösung, weil er zwei davon zuverlässig außen vor hält.

Aber Luft und Feuchtigkeit machen Probleme: Die Luft im Kühlschrank enthält alle möglichen Düfte, und die zieht das Pulver mit seiner großen Oberfläche an. Der Kaffee riecht dann schnell nach Fisch oder Käse. Und wenn man ihn in einen luftdichten Behälter füllt, bildet sich leicht Kondenswasser, das Pulver wird feucht. Beim Gefrierschrank ist die Bilanz etwas günstiger. Sowohl Pulver als auch Bohnen lassen sich dort langfristig lagern – am besten in der luftdichten Originalverpackung, die oft ein Einwegventil hat: Es lässt Kohlendioxid heraus, aber nichts hinein. Auf keinen Fall sollte man das Behältnis täglich rein- und rausstellen, auch das führt zu einem Kondenswasserproblem.

Für eine begrenzte Zeit aber lagert man das Pulver am besten in einer luft- und lichtdichten Dose an einem kühlen Ort in der Wohnung. Extreme Kälte tut den Bohnen allenfalls kurz vor dem Mahlen gut: Laut einer wissenschaftlichen Arbeit, die 2016 in Nature Scientific Reports erschien, ist dann die Korngröße des Pulvers homogener, und das führt zu einem besseren Aroma. Aber das ist wirklich etwas für die ganz großen Enthusiasten.

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