Nach einigen Wanderjahren mit den Eltern und dem frühen Tod des Vaters nahm sich die geistliche Verwandtschaft des Jungen an. Fast 30 Jahre lang führte er ein ruhiges, auskömmliches Leben als Theologiestudent und später als Pfarrer in einer Landgemeinde. Allerdings verscherzte er sich seine Karriere in der Kirche durch eine Satire auf die geistlichen Gerichte. Sie wurde verboten und feierlich verbrannt. Mit 46 Jahren stand der lungenkranke Geistliche plötzlich im Licht der Öffentlichkeit.

Die ersten Bände eines literarischen Werks sorgten für einen Skandal in seiner Umgebung, waren aber bei Publikum und Kritik in der Hauptstadt ein spektakulärer Erfolg. Dabei verletzte sein Roman alle Konventionen, die damals für gutes Erzählen galten. Weder erfüllte die Geschichte, was der Titel ankündigte, noch wurde sie bündig erzählt, sie zerfiel in Anekdoten, wich in absurdes Gelehrtenwissen aus und sprang durch die Zeiten. Ermutigt durch die Anerkennung, wagte er den Umzug in die Metropole und veröffentliche in rascher Folge weitere Bände seines "Fortsetzungsromans".

Eine lange Reise in angenehmere Gefilde sollte seine Krankheit lindern – eine trügerische Hoffnung. Er war gern gesehener Gast der "Philosophen" im Epizentrum der Aufklärung und ließ sich auf ein wehmütiges Liebesverhältnis ein. Die Erlebnisse auf seiner Reise flossen in eine scharf beobachtete sentimentale Geschichte, die zwischen Ernst und Witz balanciert. Einen knappen Monat nach deren Erscheinen starb der Autor.

Mit zwei genialen Werken zog er in die Literaturgeschichte ein. Wer war’s?

Lösung aus Nr. 28:

Benjamin Clementine, als Kind ghanaischer Eltern 1988 in London geboren, landete mit 20 Jahren als Straßenmusiker in Paris und wurde zum lokal bekannten "Sänger in der Metro". 2015 erschien sein Album "At Least for Now" – der Beginn seiner großen Karriere. Heute gastiert der Pianist und Sänger in den besten Konzertsälen, meist begleitet von Bassist und Schlagzeuger