Im Opernhaus Dortmund wurde das Ballett Faust 1 aufgeführt, weitgehend auf einem Schachbrett. Der Westfälische Anzeiger schrieb: "Gottvater zockt gern. Der Allmächtige nutzt als Schachbrett die Welt – Engel, Teufel und Menschen sind seine Spielsteine. Was für ein Gott ist das, der Menschen für Experimente freigibt – und welche Wahl bleibt den Menschen?!"

Fragen wir den großen Schriftsteller Jorge Luis Borges:

"Die Figuren nehmen die übermächtige Hand des Spielers nicht wahr, der ihr Schicksal beherrscht ... Auch der Spieler ist ein Gefangener des anderen Brettes aus schwarzen Nächten und weißen Tagen. Gott lenkt den Spieler und dieser die Figur. Aber welche Gottheit jenseits von Gott eröffnet das Spiel aus Staub, Zeit, Traum und Qualen?"

Doch, Dualität in allem, zuweilen ist das Spiel gar nicht qual-, sondern zutiefst lustvoll.

Wladimir Kramnik meint: "Wenn die Hand den nächsten Zug macht, ohne dass ich dabei denke, dann ist das ein großartiges Gefühl." Der russische Ex-Weltmeister, der sein Lieblingsturnier, das Sparkassen Chess Meeting in Dortmund, schon zehn Mal gewonnen hat und trotz seiner 43 Jahre immer noch Vierter der Weltrangliste ist, ist im Reigen der Weltelite, unter den sich auch die Deutschen Liviu-Dieter Nisipeanu und Georg Meier mischen, Favorit.

Wie setzte er nach einem fulminanten Angriff beim Kandidatenturnier in Berlin als Schwarzer den Armenier Lewon Aronjan in wenigen Zügen matt?

Lösung aus Nr. 28:

Durch welche wuchtigen Einschläge gewann Schwarz?

Nach dem doppelten Turmopfer 1...Txg2+! 2.Kxg2 Txf2+! gab Weiß schon auf, weil sich bei 3.Lxf2 e3+! die tödliche Läuferdiagonale geöffnet hätte: 4.Kh2 Dxf2 matt oder 4.Td5 Dxf2+ 5.Kh1 Dxe1+ usw.