Der eine kommt zu spät zur Queen, verbeugt sich nicht und drängelt sich beim militärischen Empfang so dominant in den Vordergrund, dass eine königliche Hoheit rückstandsfrei hinter ungehobelter Körpermasse verschwindet. Das hat was. Der andere gratuliert wohlbeschirmt Welt- sowie Vizeweltmeistern und lässt dabei einen halben Meter weiter eine kroatische Präsidentin minutenlang achtlos im Sturzflutregen stehen. Auch nicht schlecht. Doch wer war jetzt besser: Trump oder Putin?

Nach der nach oben offenen Egomanen-Skala für schlecht erzogene Autokraten hat Trump die Tolle vorn. Mit Elisabeth II. ist er in London so umgesprungen wie Leslie Nielsen 1990 in Die nackte Kanone. "America first" bedeutet jetzt auch: alten Omis den Weg abschneiden. Die Trump-Fans jubeln.

Und Putin? Ein Super-Macho, der einen Schirm braucht, während eine Frau den Elementen trotzt – wie peinlich ist das denn? Hätte Deutschland das Finale erreicht, wäre unser präsidialer Gesprächstherapeut im Moskauer Regen aufgetaucht. Dem siegreichen Mbappé hätte Frank-Walter Steinmeier gratuliert: "Lassen Sie uns den Gesprächsfaden nicht abreißen." Immerhin das blieb uns erspart.