Heuer feiern sowohl der deutsche Schachweltmeister Emanuel Lasker als auch der polnisch-französische Schachmeister Dawid Janowski ihren 150. Geburtstag. Wenig hatten sie gemeinsam: hier der gefeierte Weltmeister, der dank eines gesunden Pragmatismus unglaubliche 27 Jahre (1894 bis 1921) den Titel innehatte, da der im Schach zwar Hochbegabte, der sich aber oft maßlos überschätzte und in romantischen Angriffsideen verlor.

Hier der Weltenbürger und promovierte Mathematiker, der Bücher über Philosophie schrieb, mit Einstein dessen Relativitätstheorie diskutierte und nach dem ein mathematisches Theorem benannt ist, da der ziemlich Ungebildete, für den es außerhalb der begrenzten Welt des Schachs nichts gab.

Hier der laut New York Times wie ein "Schachgott am Brett sitzende Doktor, dessen Ruhe geradezu unmenschlich wirkt", da der leicht Erregbare, der bei Verlusten seine Gegner wüst beschimpft.

Doch Janowski hatte einen Förderer, der ihm Wettkämpfe gegen den Geld durchaus schätzenden Lasker ermöglichte. Nach einem mit 6 : 2 (nur Siegpartien zählten) verlorenen Match – was allerdings Janowskis Selbsteinschätzung nicht beeinträchtigte – kam es zur Revanche, die mit 8 : 0 verloren ging. Ein zeitgenössischer Kommentar: "Der Wettkampf war sehr abwechslungsreich, an einem Tag gewann Lasker mit Weiß, am anderen mit Schwarz."

Hier hatte Lasker als Schwarzer eine Falle gestellt: Wie hätte er nach 1.exf5 augenblicklich gewonnen?

Lösung aus Nr. 29:

Das gewaltige Bauernpaar f3-g3 war des weißen Königs Untergang. Wie setzte Schwarz matt?

Nach 1...g2+! gab Weiß schon auf, weil sein König nach 2.Kh2 g1D++! (Doppelschach) 3.Kxg1 f2+ 4.Kh1 (oder 4.Kh2 fxe1D matt) Th3+ 5.Kg2 f1D++! matt ist