Nicht jeder erinnert sich mit Freude an den Chemieunterricht. Zahlen und Formeln gab es zuhauf, manchmal ein Experiment. Schleim, Matsch und Explosionen hingegen kamen viel zu selten vor. Dass Chemie richtig Spaß machen können, zeigen diese drei Experimente:

1. Cola-Geysir

Zutaten: Eine ungeöffnete Flasche zuckerfreie Cola, eine Rolle Mentos-Pfefferminzbonbons

Ablauf: Dies ist das erste und leichteste unserer drei Experimente. Für alle gilt, dass sie Spaß machen und auch Schmutz. Es lohnt sich, vorher darüber nachzudenken, wo man hinterher die klebrige Cola-Pfütze aufwischen möchte. – Das Getränk sollte frisch sein, also noch all seine Kohlensäure enthalten (1). Benötigt wird eine Flasche von einem Liter Volumen oder mehr, sonst passen die Bonbons nicht durch die Öffnung. Wichtig ist, dass schnell möglichst viele Bonbons in die Flasche gelangen (2). Am besten funktioniert das, wenn sie lose aus der geöffneten Packung (oder von einem gebogenen Pappstück) hineinrutschen – und dann: Zurücktreten bitte!

Erklärung: Mentos haben wegen vieler winziger Löcher eine riesige Oberfläche, an ihr bilden sich viele Kohlendioxid-Bläschen. Mit Kaliumbenzoat aus der Cola und Gummi arabicum aus den Bonbons wird daraus Schaum2. Der Backpulver-Vulkan

2. Der Backpulver-Vulkan

Zutaten: Vier Päckchen Backpulver, flüssige Lebensmittelfarbe (rot), Spülmittel, Wasser, Essig

Ablauf: Der Vulkankegel wird aus einer runden Scheibe Tonkarton gebastelt, in der Mitte versteckt sich ein leeres Marmeladenglas. Dort hinein kommt das lose Backpulver (1). In einem zweiten Gefäß werden etwa gleich viel Wasser und Essig mit der Lebensmittelfarbe und ein paar Spritzern Spülmittel vermischt (2). Achtung, nicht mehr Flüssigkeit vorbereiten, als im Marmeladenglas Platz findet! Die Mischung zügig ins Glas gießen (3). Wenn der Ausbruch des Backpulver-Vulkans beendet ist (5), den Tonkarton vorsichtig lösen und in den Mülleimer werfen, bevor er ganz durchweicht.

Erklärung: Backpulver enthält Natron, das mit der Essigsäure reagiert. Dabei bildet sich das Gas Kohlendioxid, welches sich ausdehnt und das Spülmittel schäumen lässt. Das Schaumgemisch quillt aus dem Glas.

3. Schaum-Schleim

Zutaten: Kaliumiodid, Wasser, Spülmittel, Lebensmittelfarbe (blau), Wasserstoffperoxid – Achtung, dieser Versuch bedarf fachkundiger Betreuung, etwa durch einen Chemielehrer oder einen Erwachsenen mit Labor-Erfahrung!

Ablauf: Das Kaliumiodid wird mit Wasser zu einer Lösung verrührt und in ein großes Gefäß mit schmalem Hals gegeben (1). Dazu kommen Spülmittel und blaue Lebensmittelfarbe. Aus einem zweiten Gefäß (2) wird dann zügig Wasserstoffperoxid dazugegossen (3). Die Flüssigkeit verfärbt sich grün und quillt über wie grüner Schleim (4). Dabei erwärmt sie sich spürbar, Chemiker nennen so etwas eine "exotherme Reaktion" (5). Aber Vorsicht: Schutzbrille tragen! Nicht ohne Handschuhe anfassen, Wasserstoffperoxid ist ein Bleichmittel, und Kaliumiodid kann Organe schädigen!

Erklärung: Das Jod und die blaue Lebensmittelfarbe färben das Gemisch grün. Die Kaliumlösung beschleunigt den Zerfall von Wasserstoffperoxid in Wasser und Sauerstoff. Der lässt das Spülmittel aufschäumen.