Die Schafe von Henning Hinz haben Glück, denn immerhin ist die Nordsee noch nicht ausgetrocknet. Ein paar Hundert Meter vorm Deich, auf den Salzwiesen, die regelmäßig von der Flut überspült werden, wachsen Strandhafer und Andelgras – ein letzter, leckerer, grüner Streifen Futter. Die Deichflächen selbst hier an der Dithmarscher Küste sehen nach drei Monaten fast ununterbrochener Sonnenbestrahlung aus wie mit dem Flammenwerfer überzogen: Tote Heubüschel wehen in staubiger Erde. "Am 29. April hatten wir das letzte Mal Regen", sagt Schäfer Hinz, "dann am letzten Sonnabend gerade mal zehn Millimeter." Von den 330 Hektar Weideland für seine Schafe seien mittlerweile fast die Hälfte unbrauchbar.