Die Hitze verändert die Farben in der Stadt. Das Blau des Himmels, an das ihr euch schon gewöhnt habt, als gäbe es Wolken nur in Filmen, frischt das vorherrschende Grau der Häuser auf, besonders zum Nachmittag hin. Jede Nacht die funkelnden Sterne und der ausgerechnet dieser Tage auch noch volle, im Sommer noch größere Mond. Die Gelbtöne nehmen von Tag zu Tag zu durch das Ausgedörrte und vorzeitig Vergilbte wie in Afrika, sind an vielen Stellen längst übergegangen ins Ocker und Braun. Beinah farblos hingegen die Mittage, wenn die Straßen, Geschäfte, selbst die Bäume grell wie auf einem überleuchteten Foto sind. Die bunte Kleidung der Bewohner, sofern man noch von Bekleidung sprechen kann, die viele Haut fast wie an einem Strand. Plötzlich seht ihr, seht es auf den Armen und Beinen, wie farbig die Stadt geworden ist, bestimmt die Hälfte der Bewohner braun, cremig, gelb, rötlich oder schwarz, und selbst die Deutschen sind nach vier Monaten Sonne nicht mehr so blass. Spektakulär aber ist das ungewöhnlich tiefe Rot, das die Stadt mit jeder Abenddämmerung einhüllt. Mindestens am Rhein, in den sich der blutende Himmel jeden Augenblick anders, sanft glitzernd ergießt, wenn du auf die eingefärbte Silhouette mit dem ewigen Dom und dem freundlichen Turm von Groß St. Martin blickst, ist Köln für eine halbe Stunde die schönste Stadt der Welt.