Kunst und luxuriöse Zeitmesser passen gut zusammen. Man sieht das auf der Art Basel ebenso wie in Genf oder Miami: Wo immer eine große Kunstmesse stattfindet, flankieren namhafte Uhrenhersteller das Geschehen. Da gibt es VIP-Lounges oder Kooperationen mit angesagten Künstlern. Manchmal auch beides, denn die Manufakturen vermuten eine beträchtliche Schnittmenge. Wer Geld für Kunst ausgibt, hat auch welches für Uhren übrig, die rasch den Preis eines Mittelklassewagens erreichen.

In Basel findet nicht bloß die wichtigste Kunstmesse Europas, sondern auch die älteste Uhren- und Schmuckmesse statt. Seit 1917 gibt es die Baselworld, vergangenes Jahr zu ihrem Jubiläum zählte sie knapp 1300 Aussteller. Doch die Anziehungskraft schwindet, in diesem Frühjahr kam bloß noch die Hälfte. Und nachdem sich jetzt auch Swatch – ein gewichtiger Teilnehmer, der sich den Auftritt stets Millionen Franken kosten ließ – verabschiedet hat, herrscht große Unruhe.

Gerade ist René Kamm zurückgetreten, nach 20 Jahren als Vorstandsvorsitzender der für beide Messen zuständigen MCH Group. In diesen zwei Jahrzehnten ging es für die Betreiber der Baseler Hallen, die man 2014 von den Schweizer Stararchitekten Herzog & de Meuron für 430 Millionen Franken umbauen ließ, immer nur nach oben. Genau wie die Standpreise, die für die Art Basel inzwischen gut 800 Franken pro Quadratmeter betragen.

Doch was tun in Zeiten des aufhaltsamen Wachstums? Die MCH Group kommt den Uhrenhändlern bereits entgegen, indem sie ihnen erlaubt, einen Teil ihrer verdammt teuren Stände für die nächste Ausgabe 2019 stehen zu lassen. Die Konsequenz für die Art Basel: Sie musste im Juni auf eine ihrer angestammten Hallen verzichten, viele Sammler waren verwirrt. Aber warum den Raum ungenutzt lassen? Neue Allianzen böten sich an. Die Baselworld im Zentrum der Kunstmesse, wäre das nicht ein Coup? Schließlich stehen auch auf den Antiquitätenmessen immer mehr Juweliere, die Karat statt Vintage-Schmuck verkaufen. Uhren und Kunst als Investment im Doppelpack, das würde sicher einigen Besuchern gefallen.