Am Monatsende erscheint Thilo Sarrazins neues Buch, Feindliche Übernahme. Betrachtet man die deutschen Medaillengewinner bei der Leichtathletik-EM dieser Tage – von Mateusz Przybylko über Lisa-Marie Kwayie und Tatjana Pinto bis Shanice Craft –, so darf man feststellen, dass die feindliche Übernahme nicht nur überaus erfolgreich für unser geliebtes Vaterland selbst verläuft, sondern auch noch unter dem Jubel der deutschen Volksmassen gefeiert wurde. So viel Malaika Mihambo war nie!

Leider gilt für Sarrazin nicht, was für die deutschen Bauern gilt. Laut einer Studie des Landwirtschaftsministeriums hat nämlich "die Risikoausgleichsrücklage nicht zu den erwünschten Entlastungseffekten bei witterungsbedingten Einkommensschwankungen" der Landwirte geführt, weshalb nun eine "Gewinnglättungsregelung" greifen soll. Sarrazins Ressentimentbedienungsvorlagen haben hingegen nicht nur zur gewünschten bestseller- und medienhypebedingten Einkommenssteigerung bei ihm selbst geführt, sondern auch noch die Wahlgewinnmitnahmeerwartung der AfD befeuert. Was daraus für Deutschland folgen sollte? Mehr Keshia Kwadwo – und weniger zorniger, alter, weißer Mann.