Als Stefanie Carp ihre Arbeit als Intendantin der Ruhrtriennale begann, führte sie drei Erfahrungen im Gepäck: die Erfahrung des Erfolgs, die Erfahrung der Kontroverse – und die Erfahrung, dass beides oft nebeneinander siedelt. Mit ihrem radikalen Anspruch erntete sie oft Begeisterungsstürme eines Teils der interessierten Öffentlichkeit, die dafür sorgten, dass sie als "Dramaturgin des Jahrzehnts" ausgezeichnet wurde. Andererseits erzürnt sie, und zwar nicht ohne Vorsatz, gern den anderen Teil der Öffentlichkeit: konservatives Bürgertum und auf Wirtschaftlichkeit pochende Kulturpolitiker, deren Kapitalismus sie auch mal als "Ökonomiefaschismus" schmähte.
Ruhrtriennale: Über die rote Linie
Antisemitismusvorwürfe und Boykottkampagnen: Was ist da los bei der Ruhrtriennale?