Das Drehbuch war kaum mehr als eine Skizze, die meisten Dialoge wurden vor der Kamera improvisiert. Lass kreierte so eine faszinierende, fast schon unheimliche Dringlichkeit. 2017 folgte Tiger Girl, ein Film über zwei wütende junge Frauen, die mit Baseballschlägern durch Berlin ziehen.

Und jetzt also So was von da. Eine Nacht, ein Ort, ein klar umrissenes Setting. Exzellente Schauspieler als Akteure. Da sind zum einen Stars wie Bela B (der alte Rocker) oder Corinna Harfouch (die gemeine Innensenatorin und Frau des Rockers).

Die Entdeckungen des Films aber sind Niklas Bruhn (der Ich-Erzähler Oskar) und Tinka Fürst (Matilda). Oskar und Matilda haben so hinreißend Schwierigkeiten, ihre Liebe zu erkennen, dass es schmerzt. Ihre Dialoge führen nirgendwohin, wie es eben manchmal ist im echten Leben.

Das Pathos, mit dem Hanekamp seinen Roman beschwert hatte, wird im Film gebrochen. Wenn Oskar in der Buchfassung in Selbstmitleid versinkt und Leonard Cohen zitiert, ist das schon hart an der Schmerzgrenze. Im Film lässt Lass seinen Oskar über die Straße gehen, gerade hat ihm Kiez-Kalle die Wohnungstür eingetreten, aus dem Off hört man seine Stimme: "Meine Tür ist so kaputt wie meine Seele." Dann, zack, wird er beinahe vom Auto überfahren, der Gedankenstrom wird vom Einbruch der Realität gestört.

Der abgenutzte Begriff Authentizität – hier passt er dann doch. Die Authentizitätsdosis ist sogar ziemlich hoch. Lass hat auch bei So was von da an echten Orten gedreht, in einem Club mit echten Menschen, die betrunken sind und tanzen, improvisierte Szenen. Das Drehbuch nennt Lass konsequenterweise "Skelettbuch". Das könnte alles sehr schnell sehr bemüht und am Ende fade wirken, ein aus Klischees zusammengefügtes Theater des Hedonismus. Ist es aber nicht, weil die Traurigkeit, die bei Hanekamp schon angelegt ist, durch die filmischen Mittel noch stärker zutage tritt.

"So was von da" läuft ab 16. August in deutschen Kinos an.