Sie möchte Geschichten erzählen, sagt sie, "die nicht nur unterhalten, sondern das Gefühl, die Seele ansprechen". Den Anspruch hat sie schon mit ihrem Debüt eingelöst, und das auf so leichthändige Weise, dass sie für höchste Ehren gehandelt wurde. Fünf Jahre später sprach man ihr den Preis dann tatsächlich zu, für ihr drittes Werk.

Natürlich dachten alle, dass die Branche von nun an den roten Teppich für sie ausrollen würde, sie plante das Folgeprojekt mit mehr Geld und Glamour. Und musste erleben, dass nichts davon klappte. "Ich hatte einige Gespräche mit sicherlich wichtigen Leuten, aber ich habe keine Lust, dort Nummer zweihunderttausend zu sein", resümierte sie ihre Erfahrungen im Ausland. Doch da die Tochter eines Gastwirts und einer Buchhalterin bodenständig geprägt ist, fiel es ihr nicht schwer, sich von Illusionen zu lösen.

Gerade Mutter geworden, legte sie erst mal eine kreative Pause ein – ihr Mann, ein Berufskollege, verdiente den Familienunterhalt. Später brachte sie das Projekt doch zu Ende, auf heimischem Terrain, bescheidener, gleichwohl erfolgreich.

Wieder ging es um ihre Herzensthemen: Wie ticken Familien? Welche Kräfte binden unterschiedlichste Charaktere aneinander, selbst wenn sie sich sträuben? Und wie findet ein Kind seinen eigenen Weg, auch wenn das Leben es hart anpackt? Gern greift sie auf literarische Vorlagen zurück; ihr neues Werk, angekündigt zum Jahresende, basiert auf einer Autobiografie, auch an einer Kinderbuch-Adaption arbeitet sie. Wer ist’s?

Lösung Nr. 33:

Die Jazz-Sängerin Billie Holiday (1915 bis 1959) nannte sich nach ihrem vermeintlichen Vater. 1933 nahm sie mit Benny Goodman ihre erste Platte auf. Sie sang mit den Orchestern von Duke Ellington und Count Basie, mit Louis Armstrong und Lester Young. "Strange Fruit", ihre Anklage gegen Lynchmorde, erschien 1939. Wegen Drogenbesitz wurde sie 1947 und 1949 verurteilt