Zum Rausgehen ist es zu heiß, und drinnen ist schon jedes Buch gelesen und jedes T-Shirt neu gefaltet. Was soll man nur immer mit seiner Zeit anfangen? Das fragen sich bestimmt viele Kinder in diesem Sommer. Tipps könnten hier so manche Tiere geben – denn einige sind wahre Meister im Zeitvertreiben. Sie kennen die witzigsten Kunststücke, haben coole Sportarten auf Lager und wissen am besten, wie man Menschen veräppelt.

Warum so viele Tiere Quatsch machen, weiß Willa Bohnet. Sie erforscht deren Verhalten. "Wie bei Menschen auch, spielen bei Tieren vor allem die Kinder", sagt die Biologin. Sie trainieren so zum Beispiel Bewegungen, die sie später einmal brauchen. Manche lernen durch das Spielen, wie sie Werkzeuge zur Jagd oder zum Knacken von Beute benutzen. Oft erkunden die Tiere so neue Orte oder Gegenstände. Dadurch kennen sie sich später in ihrer Gegend besser aus oder wissen, wozu etwas zu gebrauchen ist und wozu nicht. Viele Tiere lernen dabei auch, wie sie sich später in einer Gruppe verhalten sollen und wie sie Freunde finden.

Bei so manchen tierischen Spielereien aber glauben Forscher: Die Viecher haben einfach Lust auf Unfug. Sie machen es wohl wirklich nur zum Spaß. Wie es aussieht, wenn Tiere herumalbern? So:

Auf dem Sprungturm
In der Stadt Jaipur in Indien tummeln sich Makaken gern um ein mit Wasser gefülltes Becken aus Stein. Daneben steht eine hohe Säule. Ein Filmteam hat eine Gruppe dieser beigen Affen dabei beobachtet, wie sie der Reihe nach immer wieder dort hinaufkletterten. Oben angekommen, guckten sie kurz nach unten – und ließen sich dann aus schwindelerregender Höhe ins Wasser plumpsen. Platsch. Kurz ein paar Züge durchs Becken, schon ging es wieder rauf. Affen gelten in Indien als heilig, darum werden sie dort häufig von Menschen gefüttert. Sie müssen also nicht den lieben langen Tag Fressen suchen – und haben viel Freizeit.

Achtung, frecher Papagei!
Schreit ein Kea laut "wiwiwiwi", lassen seine Vogel-Kollegen sofort alles stehen und liegen und fangen an, mit irgendwas zu spielen. Die grünen Papageien jagen sich dann gegenseitig durch die Luft oder machen sich zusammen über Autos her. Dabei zerren sie schon mal an Scheibenwischern oder picken in Autoreifen. Nicht jedes Auto bleibt nach so einem Kea-Quatsch unbeschadet. Doch die Tiere sollen bei ihrem Schabernack ja nichts kaputt machen oder sich selbst in Gefahr bringen. Darum gibt es in Neuseeland, wo sie zu Hause sind, extra Kea-Spielplätze an Straßenrändern, mit Klettergerüsten und Schaukeln.

Die besten Surfer
Sie hüpfen immer wieder aus dem tosenden Meer, lassen sich ins Wasser fallen und zischen dann weiter. Wie viele Menschen surfen auch Delfine gern auf großen Wellen im Meer. Oder lassen sich in den Bugwellen treiben, die Schiffe durch das Wasser schneiden. Bei ihrem Spiel veräppeln sie manchmal auch menschliche Wassersportler. Vor Kurzem hat in Australien ein surfender Delfin einen Paddler mit Schwung ins Wasser geschubst. Passiert ist beiden nichts. Aber Spaß hatte der Delfin sicher.

Manege frei!
Otter könnten mit ihrem Hobby locker im Zirkus auftreten: Sie schnappen sich kleine runde Steinchen und jonglieren sie zwischen ihren Armen herum. Dabei liegen sie zum Beispiel auf dem Rücken und rollen den Stein von der linken zur rechten Pfote über ihren Bauch. Dann wieder nach links und wieder zurück. Und dann mal zur Schnauze vor, eine kurze Umdrehung über die Nase und wieder zur Pfote. So geht das mitunter minutenlang.

Der Schrecken der Kühe
Wären Paviane Kinder, würden sie für ihr Hobby sicher mächtig Ärger bekommen. Die Affen mit dem roten Po wurden in ihrer Heimat Afrika dabei beobachtet, wie sie Kühe necken. Sie schleichen sich einfach an die gemütlich kauenden Tiere heran, und dann – bääk – ziehen sie sie am Schwanz. Wenn die Kühe erschreckt aufspringen, ergreifen die Affen hoppladihopp die Flucht. Ob die Kühe dieses Spiel auch so toll finden?

Auf die Plätze, fertig ...
Schweine wälzen sich keineswegs nur im Schlamm hin und her und fressen sich fett. Ferkel zum Beispiel rennen gern mit anderen Ferkeln um die Wette. Im Schweinsgalopp jagen sie sich dabei durch den Stall oder über eine Wiese. Wird es ihnen zu wild, verstecken sie sich fix bei ihrer Mutter. Man kann ja nie wissen, wer da noch so rumrennt.

Dosensport
Normalerweise hockt so ein Pazifischer Riesenkrake in einem Riff im Meer herum und wartet darauf, dass etwas Essbares vorbeischwimmt. Ein Krebs zum Beispiel oder ein Fisch. Wenn der riesige Tintenfisch aber satt ist und Zeit hat, albert er gern mal herum. Forscher haben die Tiere dabei beobachtet, wie sie mit einer kleinen Dose spielten. Sie spritzten immer wieder Wasser im Strahl aus einem speziellen Organ, sodass die Dose unter Wasser gegen eine Wand prallte. Von der flutschte sie wieder zurück zum Kraken. Ein bisschen wie Fußballer, die immer wieder den Ball gegen eine Wand schießen, nur langsamer. Krakendosenturniere gibt es allerdings noch nicht. Zumindest wissen wir Menschen nichts davon.