Vielleicht weiß niemand unter den Lebenden so viel über den Tod an der Morandi-Brücke zu berichten wie Saverio Ferrari. Am Montagvormittag, sechs Tage nach dem Unglück, bittet er in seine Wohnung in einem kleinen Ort außerhalb von Genua. Er erholt sich hier mit Frau und Katze von einem ereignisreichen Leben. Ferrari hat als Ingenieur in Saudi-Arabien gearbeitet, in Liberia, Algerien, Nigeria, Griechenland, Marokko, Libyen. In Ägypten traf er mal den Papst, im Irak half er in den Achtzigerjahren, das "Denkmal des Unbekannten Soldaten" zu errichten. Ferrari, 86, hat noch die Broschüre, in der Saddam Hussein das Bauwerk im Zentrum Bagdads als "gewaltiges Monument" und "glorreiches Symbol" seines Landes lobt.