Florina und ich haben ein Spontandate und spazieren Hand in Hand durch Zürich, verknallt und vorfreudig aufs Abendessen. Als ich, an einer Ampel wartend, das Restaurant für eine Reservation anrufe, schreit uns ein Dude aus einem fahrenden Auto so laut "Wäh!" entgegen, dass ich vor Schreck fast das Handy fallen lasse.

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Woraus besteht guter Sex?

Einige der besten Menschen, die ich in meinem Leben kennenlernen durfte, sind dreckige, kämpferische Lesben, und ich liebe sie sehr, sehr fest.

Heute die große Enthüllung im "Blick": Ich hatte schon Sex mit Männern. Ein jahrzehntelanges Geheimnis gelangt ans Licht.

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2.500 virtuelle Freunde tauschen sich auf Facebook mit Rosenwasser aus, diskutieren, streiten, liken. Keine ihrer Anmerkungen bleibt unbeachtet, keine ihrer Frage unbeantwortet. Rosenwasser schreibt gerne und gut. Die Aktivistin hat Politikwissenschaften und Journalismus studiert, sie kommt aus Flurlingen im Kanton Zürich und war in ihrer Heimat lange freie Autorin für die Schaffhauser Nachrichten. Gearbeitet hat sie aber auch für die Zürcher Studierendenzeitung, das Ostschweizer Kulturmagazin Saiten und verschiedene Fachzeitschriften und NGO-Magazine. Der Übergang von Journalismus zum Aktivismus verläuft bei ihr fließend und bedenkenlos. Rosenwasser weiß, wie sie Öffentlichkeit herstellen kann.

So wurde sie eine Campaignerin. Und eine attraktive Kandidatin für das Campaigner Bootcamp. Das ist ein einwöchiger Intensivkurs, in dem linke Schweizer Parteien und NGOs seit ein paar Jahren ihre vielversprechendsten politischen Talente ausbilden, vernetzen und ermutigen weiterzumachen. Unter den Teilnehmerinnen war Jessica Zuber, Mitglied der Operation Libero und heute Projektleiterin beim Bund Schweizerischer Frauenorganisationen Alliance F, Donat Kaufmann, der als Student mit einer aufsehenerregenden Sammelaktion die Titelseite der Pendlerzeitschrift 20 Minuten für seine politische Botschaft gekauft hat, oder SP-Mann Dimitri Rougy: Er brachte kürzlich, zusammen mit Schriftstellerin Sibylle Berg, das erste digitale Referendum der Schweiz zustande.

Rosenwasser meldete sich im Frühjahr für das vierte Bootcamp an, auf Empfehlung eines Freundes. Sie setzte sich gegen mehr als 20 Bewerberinnen und Bewerber durch und wurde aufgenommen. Was verspricht sie sich davon? "Bisher habe ich sehr intuitiv gearbeitet", sagt sie. "Manchmal dachte ich: Fuckingfuck! Was mache ich hier?" Deshalb wünsche sie sich ein rationales Back-up.

Die Weiterbildung beginnt an einem Sonntagmorgen in einem idyllischen Lagerhaus in Wila im Zürcher Oberland. 25 Teilnehmer reisen an, Mitglieder von Gewerkschaften, Parteien und NGOs. Auf dem Stundenplan stehen Strategie, Recherche, Lobbying, Medienarbeit und Fundraising.

Oliver Heimgartner, 22, SP-Politiker aus Zürich und Bootcamp-Veteran, ist verantwortlich für das Programm. Er sagt: "Wir wollen hier das Wissen und Können der progressiven Organisationen und Campaigner in der Schweiz bündeln." Die SVP und die bürgerlichen Kräfte wüssten, wie man mit viel Geld erfolgreiche Kampagnen mache und hätten dies mehrfach bewiesen. "Wir haben uns vereint, damit wir sichtbarer werden und Mehrheiten finden."