Über 50.000 Besucher zählte die Kölner Kunstmesse Art Cologne im vergangenen Jahr. Eine stattliche Zahl an potenziellen Käufern für die 210 Galerien, die auf drei Etagen der Messehallen ausstellen. Bei dem Andrang, dürfte man annehmen, verteilen sich die Besucherströme gleichmäßig. Aber dem war nie so, jedenfalls nicht in der Wahrnehmung jener Galeristen, die auf der obersten Ebene ausstellten – und sich von der Art Cologne geradezu verbannt fühlten.

Seit Langem gilt für die 1967 gegründete und damit weltälteste Kunstmesse eine feste Struktur. Ebenerdig stellen Händler aus, in deren Ständen die teuren Werke der klassischen Moderne und Nachkriegszeit hängen – mit Namen wie Picasso, Matisse, Max Ernst, Louise Bourgeois oder Gotthard Graubner. In der Mitte präsentieren sich etablierte Galerien mit zeitgenössischer Kunst. Und ganz oben im Sektor Neumarkt ist Platz fürs Experiment. Junge Positionen prägen die Stände, das gilt für Aussteller wie für Ausgestelltes. Manches hat Star-Potenzial, anderes erlebt einen kurzen Boom und verschwindet wieder. Sammler brauchen hier Kenntnisse und Gespür. Vor allem aber müssen sie erst einmal den Weg in den dritten Stock finden.

Das ist gar nicht so einfach, wenn unten bereits zahllose Bilder, Skulpturen und Installationen zu sehen waren. Man ist satt vor lauter Eindrücken und hat vielleicht schon gekauft. Wer oben in der Vergangenheit nicht gut verkaufte, hat stets die Dreiteilung der Art Cologne dafür verantwortlich gemacht. Jetzt hat die Messe angekündigt, sich im Frühjahr 2019 "noch übersichtlicher, kompakter und mit neuer Dynamik präsentieren" zu wollen – auf nur zwei Stockwerken. Der Verzicht auf die dritte Etage, die geplante "Verdichtung und Vernetzung" der Teilnehmer auf den beiden unteren Ebenen, zeigt, dass sie sich der fortwährenden Kritik beugt. Die Art Cologne, deren Anmeldung zur nächsten Ausgabe noch läuft, rechnet nach eigener Aussage nicht mit weniger Galerien als in den Vorjahren. Aber die Gefahr einer Schrumpfung der größten deutschen Kunstmesse war real genug, um umzubauen.