In den Timelines meiner sozialen Netzwerke tauchen neuerdings häufig Hühner auf. Menschen kaufen sich Hühner, Menschen betrachten Hühner, Menschen leben mit Hühnern zusammen. Und gelegentlich berichten sie auch von den Accessoires, die das Leben mit Hühnern noch schöner machen. So stieß ich eines Tages über einen Facebook-Freund auf einen Artikel in der Washington Post . Darin stand, dass Hühner bei Größen aus dem Silicon Valley als Statussymbol gelten und gern in der Wohnung gehalten werden.

Leider allerdings sind Hühner nicht stubenrein. Das Startup Pampered Poultry hat die Marktlücke erkannt und bietet Windeln für Hühner schon ab 18 Dollar pro Stück als "modischen Schutz vor dem Unvermeidlichen" an. Dass Hühner in die Wohnung scheißen, lässt sich eigentlich leicht vermeiden (Pro-Tipp: draußen halten!). Doch der Trend verlangt, dass die Tiere auch im Wohnzimmer picken. Und weil die Tech-Millionäre überall auf der Welt viele Fans haben, die ihnen hinterherlaufen wie Küken der Glucke, wird der Windeltrend bald auch hier ankommen.

Die Produkte der Firma gibt es längst beim deutschen Onlineshop von Etsy ("perfekt für die modebewusste Henne"). Auf Amazon indes scheint sich jemand erinnert zu haben, dass man hierzulande oft auf eine andere Art bescheuert ist als in den USA, weil man dort die Chancen sieht und hier die Risiken. Konsequenterweise verkauft ein bayerischer Händler reflektierende Warnwesten für Hühner, damit diese auch bei Dunkelheit gefahrlos auf der Straße spazieren können.

Es stimmt: Hühner legen nicht nur Eier, sondern sind auch sehr lustig. Vielleicht erklärt das die Lust vieler Stadtbewohner an der Hühnerhaltung ( urbane Imkerei ist ja leider schon wieder aus der Mode). Dass innerstädtische Viehhaltung notgedrungen Probleme schafft, überrascht nicht. Ebenso wenig, dass der Kapitalismus eine Lösung dafür bereithält.