Dieser Artikel stammt aus der ZEIT-Doctor-Beilage für Menschen mit Multipler Sklerose.

Walken und Radeln

Wer seinen Körper fordert, fördert sich selbst

Auch wenn es mitunter schwerfällt: Die Beinmuskeln brauchen Belastung. Versuchen Sie es zum Beispiel mal mit Nordic Walking, das ist ideal: Der ganze Fuß rollt dabei ab, die Stöcke helfen bei der Balance, Sie trainieren die Top-Gehmuskeln Hüftbeuger, Oberschenkel, Fußheber und Wade. Wer lieber Rad fährt: Das geht auch mit modernen Dreirädern (Trikes).

Wassersport

Schwebend werden die Muskeln beweglicher

Im Wasser, fast schwerelos, erinnert sich der Körper an seine früheren Möglichkeiten; selbst mit Spastik fallen dann viele Bewegungen wieder leichter. Um der harmlosen, aber lästigen Symptomverschlimmerung durch Wärme (Uhthoff-Phänomen) vorzubeugen, die beim Sport auftreten kann, ist kühles Wasser beim Schwimmen oder bei der Aqua-Gymnastik optimal. Auch kalte Duschen und kalte Getränke helfen.

Krafttraining oder Yoga

Für jede Vorliebe findet sich der passende Sport

Muskeln leiden, wenn sie zu wenig benutzt werden. Trainieren Sie deswegen vor allem Ihre Oberschenkel. Geräte mit geführten Bewegungen eignen sich dafür gut. Wichtig: viele mehrminütige Pausen machen.

Yoga kann die Bewegungsspanne erweitern, die eigene Körperwahrnehmung schulen und obendrein Stress und Verstimmungen entgegenwirken.

Klettern

Wände erklimmen, um unabhängiger zu bleiben

An die Kletterwand, obwohl die Beine schwächeln? Ja! Für MS-Kranke ist das ein exzellentes Training, weil alle wichtigen Muskeln mitmachen. Wenn man im Seil hängt und die Hände frei hat, kann man die Beine auch mithilfe elastischer Bänder umsetzen. Der Trainer sollte nur wissen, dass Sie Pausen brauchen und welche Muskeln Sie trainieren möchten. Auch schwer Betroffenen nutzt das Plus an Kraft und Koordination: beim Wechsel vom Rollstuhl ins Bett oder beim Duschen.

Reiten

Über sich hinauszuwachsen macht gute Laune

Zwar besitzen nur wenige Höfe Therapiepferde, doch wer die Möglichkeit hat, sollte aufs Pferd steigen, auch als Anfänger. Die positive und intensive Wirkung therapeutischen Reitens bei MS ist sehr gut belegt. Der Reiter erlebt auf dem Pferd Impulse und Schwingungen in drei Dimensionen, er muss immerzu aus- gleichen; das mildert Spastiken und fördert Ausdauer, Muskelaufbau, Körpergefühl, Koordination, Balance, Konzentration – und verbessert zudem die Stimmung.