Wenn Björn Höcke am Fenster seines Wohnhauses in Bornhagen steht und den Hang hinab auf das kleine Dorf im nördlichsten Zipfel Thüringens blickt, sieht er eine Art konservatives Traumbild von Deutschland. Eine 300-Seelen-Gemeinde am Fuße einer Ritterburg, umgeben von dichten Wäldern und saftigen Wiesen, dazu eine evangelische Kirche aus der Kaiserzeit.
"Mein Bullerbü" nennt der AfD-Landeschef den Schlupfwinkel zwischen Thüringen, Hessen und Niedersachsen, in den er sich zurückgezogen hat. In Bornhagen ist die AfD stärkste Kraft, bei der Bundestagswahl holte sie hier 34 Prozent. Das Eichsfeld sei ihm "Refugium" geworden, schrieb Höcke im vergangenen Jahr auf Facebook, "es ist mir Rückzugs-, Inspirations- und Regenerationsraum". Und hier plant er auch seine Inszenierungen, wie den "Trauermarsch" durch Chemnitz am 1. September.