Eines Morgens in einem langen Sommer, der so lang war, dass ihm schon ganz Deutschland misstraute, nicht zuletzt weil der Himmel abends immer so lila war (man vermutete Russland oder das internationale Judentum dahinter) – eines Sommermorgens also wachte die unpolitische Frau Dings aus unruhigen Träumen auf und war mit dem politischen Herrn Dings verheiratet, der ein führendes Mitglied der Bums-Partei war. Frau Dings fiel ihre Ehe zunächst gar nicht auf, denn die beiden sahen sich kaum, höchstens abends mal kurz per FaceTime (was insbesondere Herrn Dings ein gutes Gefühl vermittelte, weil er den Videobeweis dafür hatte, dass er mit einer richtigen Frau verheiratet war: blond, kein Bart, sogar Abitur angeblich).

Frau Dings saß meistens zu Hause, lackierte sich die Fingernägel und streamte Videos, in denen ihr Mann erklärte, dass irgendein Begeher einer Straftat ein importierter Begeher gewesen sei und die deutsche Geschichte glorreich und groß, aber das würde der links-grüne Mainstream einfach nicht verstehen und immerzu nur über diese lächerlichen zwölf Jahre reden wollen. Frau Dings verstand nicht, warum sich Herr Dings so aufregte, ja, ihr wurde davon geradezu schwindlig, was sie sich jedoch mit den Inhaltsstoffen des Nagellackentferners oder dem lila Himmel zu erklären versuchte.

Mit der Zeit jedoch wurde Frau Dings ungeduldig, denn sie wollte nicht mehr dauernd allein sein. Sie hielt da Schwangerwerden für eine gute Strategie und dachte, dass sie so auch ihrem Mann helfen könne, der immer sagte, das sei gut fürs Vaterland. Frau Dings konnte jedoch per FaceTime nicht schwanger werden, das war ihr vollkommen klar. Nun musste ihr Mann aber aktuell dauernd Interviews geben und Reden halten über Chemnitz und dass dort auf keinen Fall eine Hetzjagd stattgefunden habe, weswegen selbst ihre Videotelefonate immer kürzer wurden. Und als Frau Dings ihren Mann dann fast zwei Wochen lang nicht gesehen hatte, beschloss sie kurzerhand, zu einem von der links-grünen Mainstream-Regierung unterstützten Konzert gegen rechts nach Chemnitz zu fahren und sich dort schwängern zu lassen. Aus Protest, aber auch, weil Herr Dings oft erklärt hatte, dass die Araberhorden, die sie dort vermutete, irre potent seien.

Im Chemnitz angekommen, exte Frau Dings ein großes Bier und tanzte. Dabei fiel ihr der junge Mann A. auf, den Herr Dings vermutlich einen Ausländer genannt hätte. A. lud Frau Dings auf eine halbe Ecstasy ein, und sie legte ihm beim Pogen ihre komplizierte Situation dar, woraufhin die beiden ein Toilettenhäuschen aufsuchten und Sex hatten. "Ich habe das totale Glied, wir haben harten Sex, Kanaken-Style – danach nehme ich dir die Arbeit weg", jodelte A., und Frau Dings war so glücklich wie lange nicht mehr. Sie wollte die Welt daran teilhaben lassen und veröffentlichte den Vorgang als Live-Video bei Instagram, Hashtag #RefugeesWelcome.

Innerhalb kürzester Zeit wurde das Video von Millionen Menschen angesehen. Auf Twitter, Facebook und schließlich im Bundestag diskutierten Bums-Fans, ob es sich um ein authentisches Video handele, das nicht möglicherweise vom links-grünen Mainstream gedreht worden sei, um a) der Bums-Partei zu schaden oder b) den Verfassungsschutz abzuschaffen oder c) doch von Horst Seehofer in Auftrag gegeben worden war, um von seinem Twitter-Account abzulenken. Die Situation war verfahren. Es gab gewaltsame Demonstrationen für die totale Abschaltung des Internets, damit dieses Live-Video endlich aufhörte, das wegen der Ecstasy echt lange dauerte. Der Bundesgrenzschutz kam ins Spiel, als behauptet wurde, es handele sich bei dem Toilettensex um eine Vergewaltigung, ausgeführt, um einer blonden deutschen Frau beziehungsweise Deutschland öffentlich zu schaden. Weil niemand wusste, wo sich das Toilettenhäuschen befand, wurde Deutschland rund um die Uhr mit Hubschraubern abgesucht, was zur Folge hatte, dass die Kinder Deutschlands nicht mehr schlafen konnten und stattdessen das Toilettenvideo nachspielten, was wiederum die UN alarmierte, die Deutschland als "Misthaufen" bezeichneten, und dann war auch noch der Bundespräsident plötzlich spurlos verschwunden.

Als Frau Dings und A. nach drei Tagen gut gelaunt das Toilettenhaus verließen, stürzten sich sofort Reporter auf die beiden. Herr Dings erfuhr in den Nachrichten, dass A., der seine Frau so glücklich gemacht hatte, kein Ausländer war, und bekam einen Herzinfarkt. Die Staatskrise war somit beendet, und wenig später tauchte auch der Bundespräsident wieder auf, der sagte, er habe eigentlich die ganze Zeit nur Mensch ärgere Dich nicht gespielt. Es sei alles nur ein böser Traum gewesen, Deutschland habe erwiesenermaßen auch Sex mit sich selbst, jubilierte ein links-grüner Reporter der Systempresse – und nun könnte man mutmaßen, dass Herr und Frau Dings und die Bums-Partei ebenfalls nur ein Sommernachtstraum auf Ecstasy waren, aber das stimmt nicht, denn die beiden sind noch immer zusammen, und das Kind heißt Rudolf.