Mein regelmäßiger Blitzschachpartner, Großmeister Hajo Hecht, nahm vor Kurzem an einem Open-Turnier in Gröden (Südtirol) teil. Immerhin schon 79, traf er auch auf den Jüngsten, den damals 12-jährigen Rameshbabu Praggnanandhaa, wobei ihm in einem schließlich remis endenden Zeitnotgefecht der Knabe von der Schippe sprang. Insgesamt spielte Hajo gut, "Praggu" allerdings noch besser. Mit 7,5 Punkten aus 9 Partien wurde er zusammen mit dem amtierenden Europameister, Großmeister Ivan Šarić aus Kroatien, geteilter Sieger und schaffte damit seine letzte Großmeisternorm, die ihn zum zweitjüngsten Großmeister aller Zeiten macht – nur der Russe Sergei Karjakin war noch drei Monate jünger. Hajo schilderte mir den "kleinen Anand", der ebenso wie sein großes Vorbild, der Ex-Weltmeister, im südindischen Chennai wohnt, als natürlich, ohne irgendwelche Starallüren. Seit Viswanathan Anands Aufstieg zum Weltmeister ist Schach in Indien äußerst populär und in weiten Teilen des Landes Schulfach – kein Wunder, dass die Talente allerorten emporsprießen.

Mit zwei (!) Jahren lernte Praggu Schach durchs Zuschauen bei seiner vierjährigen Schwester Vaishali; während diese Jugendweltmeisterin bei der U12 und U14 wurde, gelang ihm das gleiche Kunststück bei der U8 und U10.

Wie erzwang er als Weißer – mit dem "Riesen" b5 ohnehin prächtig stehend – gegen den Iraner Aryan Gholami mit einer Kombination Matt oder Damengewinn?

Lösung aus Nr. 38:

Mit welcher Opferkombination konnte Schwarz gewinnen?

Mit 1...Txb1+! 2.Kxb1 Ta1+! 3.Kxa1 Da5+ 4.Kb1 Da2+ 5.Kc1 Da1+ 6.Kd2 Dxb2+ 7.Kd3 Dc2+ 8.Kd4 Dc4+ 9.Ke5 Dd5+ 10.Kf6 Df7+! (Kehrt marsch!) 11.Ke5 Df5+ 12.Kd4 c5+! (12...Dd5+ ergäbe nur remis.) 13.Kc3 Dc2 matt