Merkwürdig aufgeräumt war die Stimmung bei Angela Merkel und ihrer engsten Umgebung nach dem Machtverlust, fast heiter. Wenige Tage zuvor, am 27. September 1998, hatte Rot-Grün die Bundestagswahl gewonnen, die schier endlose Ära Kohl war vorbei – und damit auch die Amtszeit der damaligen Umweltministerin Merkel. Noch saß sie in dem Ministerium, das wenige Wochen später Jürgen Trittin übernehmen sollte, scherzte wie befreit über einem Frühstücksei und dachte über ihre Zukunft nach.