Perry Anderson: Hegemonie © Suhrkamp

1 (-) Perry Anderson: Hegemonie
A. d. Engl. v. Frank Jakubzik; Suhrkamp; 249 S., 18,– €

Ein Wort hat derzeit Konjunktur: Hegemonie. Seit der griechischen Antike bezeichnet es Beziehungen zwischen Staaten oder Klassen, die von einer Mischung aus Freiwilligkeit und Zwang geprägt sind. Indem der Historiker Perry Anderson die Geschichte des Konzepts in verschiedenen Kulturen nachzeichnet, offenbart er zugleich, dass der Begriff ein politisches Barometer für sich wandelnde Machtverhältnisse ist. 73 Punkte




Adam Tooze: Crashed © Siedler

2 (5) Adam Tooze: Crashed
A. d. Engl. v. N. Juraschitz, K. Petersen, T. Schmidt; Siedler; 800 S., 38,–

Als die US-Großbank Lehman Brothers 2008 zusammenbrach, war dies der Höhepunkt der Finanzkrise. Und obwohl der totale Kollaps verhindert wurde, ist diese Krise noch lange nicht Geschichte. Der britische Historiker Adam Tooze zeigt: Nicht nur die Stabilität Europas ist ins Wanken geraten, erschüttert wurde auch das Vertrauen in die Kraft der Globalisierung – so trug die Krise zum Aufstieg der Populisten bei. 63 Punkte

Valentin Groebner: Retroland. Geschichtstourismus und die Sehnsucht nach dem Authentischen © S. Fischer

3 (4) Valentin Groebner: Retroland. Geschichtstourismus und die Sehnsucht nach dem Authentischen
S. Fischer; 224 S., 20,– €

Geschichtstourismus liegt im Trend. Aber warum eigentlich? Was suchen wir im "Retroland"? Historische Altstädte, Kolonialidyllen und urtümliche Alpendörfer: Wir reisen an Orte, an denen die Zeit vermeintlich stehen geblieben ist. Der Historiker Valentin Groebner erzählt von den Hotspots des Geschichtstourismus und der falschen Hoffnung, dort das Paradies zu finden. 56 Punkte

David Graeber: Bullshit-Jobs © Simon & Schuster

4 (7) David Graeber: Bullshit-Jobs
A. d. Engl. v. Sebastian Vogel; Klett-Cotta; 464 S., 26,– €

Im Zuge des technischen Fortschritts sind zahlreiche Arbeitsplätze durch Maschinen besetzt worden. Trotzdem ist die durchschnittliche Arbeitszeit nicht etwa gesunken, sondern auf durchschnittlich 41,5 Wochenstunden gestiegen. Wie konnte es dazu kommen? David Graeber zeigt, warum immer mehr überflüssige Jobs entstehen und welche verheerenden Konsequenzen dies für unsere Gesellschaft hat. 55 Punkte

Michael Ohl: Stachel und Staat. Eine leidenschaftliche Naturgeschichte von Bienen, Wespen und Ameisen © Droemer

5 (-) Michael Ohl: Stachel und Staat. Eine leidenschaftliche Naturgeschichte von Bienen, Wespen und Ameisen
Droemer; 368 S., 39,99 €

Bienen, Wespen und Ameisen: Wir preisen ihren Nutzen. Und doch haben wir Angst vor ihnen – und vor ihrem schmerzhaften Stich. Der Stachel ist die wichtigste Erfindung dieser Insektengruppe. Ohls Buch lässt sich auf die widersprüchlichen Seiten der Insekten ein. Es erzählt, wie und warum der Stachel eingesetzt wird – und was wir Menschen aus dem Verhalten der Tiere lernen können. 48 Punkte

Martin Amis: Im Vulkan © Kein & Aber

6 (-) Martin Amis: Im Vulkan
A. d. Engl. v. Joachim Kalka; hrsg. v. Daniel Kehlmann; Kein & Aber; 320 S., 25,– €

Martin Amis porträtiert mit großer Offenheit Salman Rushdie, Madonna oder Donald Trump. Er begleitet Tony Blair zu Angela Merkel, beobachtet das gleichzeitige Heranströmen von Oktoberfestbesuchern und Flüchtlingen in München. Jeder Satz schnappt mit frischer Genauigkeit zu. Der Autor hat die einzigartige Fähigkeit, den Leser mitzunehmen, als wären seine Essays kleine Abenteuer. 41 Punkte

Alexander von Schönburg: Die Kunst des lässigen Anstands © Piper

7 (-) Alexander von Schönburg: Die Kunst des lässigen Anstands
Piper; 368 S., 20,– €

Wir leben in einem Zeitalter der Beliebigkeit und der Selbstsucht. Alles ist erlaubt, jeder will sich selbst optimieren. So wird übertrumpft, gedrängelt, gepöbelt. Doch auf diese Weise wird unser Zusammenleben höchst unangenehm. Alexander von Schönburg plädiert gewitzt für mehr Anstand, für ritterliche Werte und Tugenden, die lange altmodisch erschienen und wiederbelebt werden müssten. 35 Punkte



Sue Black: Alles, was bleibt. Mein Leben mit dem Tod © DuMont

8 (-) Sue Black: Alles, was bleibt. Mein Leben mit dem Tod
A. d. Engl. v. K. Bielfeldt und J. Bürger; DuMont; 416 S., 24,– €

Dieses Buch ist eine unsentimentale, aber berührende Annäherung an den Tod. Die weltweit führende forensische Anthropologin und Anatomin Sue Black zieht hier das Fazit ihrer bahnbrechenden Karriere. Sie setzt sich mit den Spielarten des Todes, ihren Ängsten, dem Sterben ihrer Eltern und ihrer eigenen Sterblichkeit auseinander und plädiert für einen anderen Umgang unserer Gesellschaft mit dem Tod. 27 Punkte

Tristan Garcia: Wir © Suhrkamp

9 (-) Tristan Garcia: Wir
A. d. Franz. v. U. Kunzmann; Suhrkamp; 332 S., 28,– €

"Wir" zu sagen, ein "Wir" zu bilden ist die politische Handlung schlechthin. Wie aber konstituiert sich ein politisches Subjekt? Wie funktioniert Identitätsbildung? Und wie hat sie sich historisch in den letzten zwei Jahrhunderten entwickelt? Das sind die Fragen, denen der französische Philosoph Tristan Garcia in seinem neuen Buch nachgeht. Eine fulminante Analyse der Identitätspolitik. 25 Punkte



Yuval Noah Harari: 21 Lektionen für das 21. Jahrhundert © C. H. Beck

9 (-) Yuval Noah Harari: 21 Lektionen für das 21. Jahrhundert
A. d. Engl. v. Andreas Wirthensohn; C. H. Beck; 459 S., 24,95 €

Der Historiker Yuval Noah Harari konfrontiert uns mit den wichtigsten Debatten dieser Zeit: Wie unterscheiden wir Wahrheit und Fiktion? Was sollen wir unseren Kindern beibringen? Wie können wir moralisch handeln? Wie bewahren wir Freiheit und Gleichheit? Dieses Buch stellt die relevantesten Fragen – und will dabei die Antworten nicht den Märkten überlassen. 25 Punkte

Carlo Rovelli: Die Ordnung der Zeit © Rowohlt

9 (8) Carlo Rovelli: Die Ordnung der Zeit
A. d. Ital. v. Enrico Heinemann; Rowohlt; 192 S., 20,– €

Kaum etwas interessiert Physiker so sehr wie der Begriff der Zeit. Seit Einstein sie mit der Raumzeit zusammengepackt und der Gravitation unterworfen hat, wird sie von Wissenschaftlern begrübelt. Zwar kommen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft heute in den großen Theorien nicht mehr vor. Aber geht es wirklich ganz ohne die Zeit? Darum dreht sich das Buch des Ausnahme-Physikers Carlo Rovelli. 25 Punkte