Die Botschaft, die Christian K. am Abend des 10. September in den Messengerdienst Telegram tippte, hätte eindeutiger kaum ausfallen können. Der 31-jährige gelernte Elektriker hatte soeben eine neue Chatgruppe gegründet, die er "Revolution Chemnitz" nannte und zu der er sieben Neonazis einlud. Es gehe darum, schrieb K., "die Geschichte Deutschlands zu ändern". Dies könne möglicherweise "nicht gewaltfrei" erreicht werden und "Opfer fordern". Die zum Chat eingeladenen Kameraden hätten in den vergangenen Jahren auf unterschiedlichste Weise Erfahrungen im politischen Engagement sammeln können, warb K. Nun gehe es darum, diese Fähigkeiten zu bündeln: "Wir wollen an einem Strang ziehen." Und als wolle er klarmachen, an wem er sich orientiere, fügte er an: Der Nationalsozialistische Untergrund, jene Terrortruppe also, auf deren Konto zehn Morde gehen, wirke doch nur "wie eine Kindergartenvorschulgruppe".