Diese Zeilen gehen raus an Samantha und Steven, an Mandy und Sharonna, an den anderen Marcel aus der Parallelklasse und natürlich: an Kevin. An alle also, die schief angeschaut werden, sobald sie verraten, wie sie heißen. Menschen wie Sie und ich. Es sind Namen wie Krankheiten, heilbar nur vom Namensänderungsamt, das macht dann bis zu 255 Euro. Geboren vor 20, 30 Jahren, wurden sie, als halbe Kinder noch, um die Jahrtausendwende von dem bayerischen Komiker Michael Mittermeier verhöhnt ("Nur Drogenkinder und Ossis heißen Kevin") und in wissenschaftlichen Studien stigmatisiert ("Kinder, die so heißen, sind verhaltensauffällig und leistungsschwach"). Erst kürzlich erlaubte sich der Lebensmitteldiscounter Lidl auf einem Plakat noch mal einen Witz auf ihre Kosten: "Wow, dieses Gemüse riecht nach Eistee." Darunter die Zeile: "Kevin zerschneidet gerade eine Zitrone."