Die Autorin Marguerite Abouet stammt aus Abidjan, der größten Stadt der Elfenbeinküste in Afrika. Genau dort wohnt auch Akissi, die Heldin dieses Comics. Sie ist ein Mädchen mit vielen bunten Zöpfen, das sich von niemandem etwas sagen lässt. Doch manchmal ist Akissi ein wenig zu wagemutig: Sie hat einen Affen als Haustier, der ihr bald auf der Nase herumtanzt. Sie geht mit den großen Jungs ins Kino, und das gibt richtig Ärger. Sie isst Sachen, die auf dem Boden liegen, und wird dann richtig fies krank. Sie freundet sich mit einer Ratte an, was für beide nicht gut ausgeht.

Das Schöne und Besondere ist: Die Geschichten von Akissi sind zwar übertrieben, aber dennoch ist es wie ein echter Besuch in einer afrikanischen Stadt. Man läuft mit Akissi durch die Straßen, sitzt neben ihr in der Schule. Man ist dabei, wenn die Kinder beim "Gâte-Gâte" gegeneinander antreten – ein Spiel, bei dem man sich so lange gegenseitig verspottet, bis einer aufgibt. Man kann sich nach dem Buch viel besser vorstellen, wie Mädchen (und Jungen) dort an der Elfenbeinküste leben. Man ahnt, was die Menschen gernhaben, wovor sie sich fürchten, worüber sie lachen. Man lernt also etwas, ohne dass es nervt.

Dazu gibt es auch noch ein paar Sachen, die man selbst zu Hause ausprobieren kann, zum Beispiel "Ziegenköttel mit Kokos" zubereiten. Das Rezept für dieses seltsam klingende Gericht steht nämlich auch im Comic. So viel sei verraten: Es sind sehr süße Köttel!

Marguerite Abouet/Mathieu Sapin: Akissi. Auf die Katzen, fertig, los! Reprodukt Verlag 2018; 96 S., 18,– €