Wenn alles langsam zu seinem Ende kommt, wenn alle Plakate geklebt und alle Bierzeltbühnen bestiegen sind, die Dinge aber immer noch nicht besser laufen wollen, dann helfen nur noch höhere Mächte. Also stehen Ministerpräsident und Parteichef, die beiden Männer, die eigentlich kaum noch miteinander reden, an einem Mittwoch im Oktober Seit’ an Seit’ am Grab von Franz Josef Strauß. Dem Übervater, der vor 30 Jahren starb und dessen Vermächtnis heute zentnerschwer auf den Schultern seiner Erben liegt. Die Einheit von Land, Leuten und Partei, die scheinbar ewig gültige Hegemonie – mit Strauß begann die unheimliche Erfolgsgeschichte der CSU. Mit Markus Söder und Horst Seehofer könnte sie am Sonntag enden. Bei nur noch 33 Prozent liegt die Partei im aktuellen Bayerntrend.