Eine jesidische Hochzeitsfeier in Hannover-Vahrenheide, es war der 13. März 2016. Hunderte Gäste warteten auf den Höhepunkt des Abends, eine vielstöckige Torte, als plötzlich drei Schüsse fielen. Der Schütze: Sefin P., damals 22 Jahre alt. Das Opfer: seine 21-jährige Cousine Shilan Hassen. Eine geplante Zwangsverheiratung von Sefin und Shilan hatte deren Vater zuvor aufgelöst. Bei der Feier rächte sich der Verschmähte fürchterlich. Mit der Unterstützung eines Cousins konnte er vom Tatort fliehen – das Dossier berichtete über den Fall in der ZEIT Nr. 40/16.

Die deutschen Ermittlungsbehörden und Interpol hatten Sefin P. direkt nach der Tat zur Fahndung ausgeschrieben, jedoch setzte sich P. ins Ausland ab und tauchte unter. Die Familie der Getöteten vermutete ihn schon lange in seinem Geburtsland Irak. Nun ist der mutmaßliche Mörder dort festgenommen worden.

Der heute 24-Jährige war laut einem hochrangigen Beamten der kurdischen Polizei über zwei Wochen hinweg observiert worden, bevor der Zugriff in einem kleinen Dorf in der Nähe der türkischen Grenze erfolgte. Aktuell befindet P. sich in einem Gefängnis in der Stadt Dohuk.

Der Vater des Opfers sagte zur ZEIT: "Das ist eine enorme Befreiung für uns. Wir sind sehr erleichtert, dass er endlich gefasst ist."