DIE ZEIT: Frau Neumann, wie lernen Sie für Prüfungen?

Claudia Neumann: Ich bin ein Zappelphilipp. Ich kann mich nicht hinsetzen und stundenlang auswendig lernen. Lieber fange ich rechtzeitig an und nehme mir Zeit für Ablenkung. Das ist noch heute so. Wenn ich mich auf ein Fußballspiel vorbereite, muss ich mich zwischendurch auf einen Kaffee oder eine Runde Tennis verabreden.

ZEIT: War das Abi für Sie eine Herausforderung?

Neumann: Schon. Lange lief in der Schule für mich alles von allein. In der Oberstufe musste ich mehr lernen. Nur gute Noten in Sport und Religion reichten nicht für den Abschluss.

ZEIT: Was waren Ihre Problemfächer?

Neumann: Formeln und Zahlen sind nicht meins. Chemie und Physik habe ich mit Ach und Krach geschafft. Auch in Mathe habe ich mich gerade so auf einen Punkt gerettet.

ZEIT: Waren Sie mit Ihrem Schnitt zufrieden?

Neumann: Es stand eine Drei vor dem Komma, nichts Berauschendes. Aber der Schnitt war mir nicht wichtig. Ich wollte nur bestehen.

ZEIT: Die größte Prüfung kommt für viele Abiturienten nach der Schule: die Zukunftsplanung. Wie war das bei Ihnen?

Neumann: Ich wusste schon vor dem Abi, dass ich aus den Sportarenen dieser Welt berichten will. Mitte der Achtziger war noch nicht die Zeit der Journalismus-Studiengänge. Man machte ein Volontariat oder ging an die Axel-Springer-Schule. Nachdem ich als Au-pair in Frankreich war, schrieb ich mich an der Uni Bonn ein. Germanistik und Sport zu studieren schien mir auch nicht verkehrt.

ZEIT: Was hat Sie im Sportstudium gefordert?

Neumann: Der Hürdenlauf in der Leichtathletik. Es hat eine Ewigkeit gedauert, bis ich diesen Dreier-Rhythmus raushatte. Im Mallorca-Urlaub habe ich mir morgens am Strand Linien in den Sand gezeichnet und geübt. Die Leute müssen gedacht haben: "Die ist bekloppt, springt über irgendwas, das gar nicht da ist." Aber plötzlich ging es! Da konnte ich nicht mehr glauben, dass ich daran wochenlang verzweifelt bin.

ZEIT: Haben Sie im Studium mal versagt?

Neumann: Ich hatte als zweites Nebenfach erst Französische Philologie belegt. Leider musste ich schnell einsehen, dass mein Französisch dafür nicht ausreichte. Ich habe es abgebrochen und mich für Pädagogik eingeschrieben.