Sophia geht nach Australien, Pascal studiert in Köln. Hält ihre Beziehung das aus?

Pascal: Beim Abi waren Sophia und ich seit eineinhalb Jahren zusammen und sahen uns fast jeden Tag. Am Abend vor ihrem Abflug grillten wir mit Freunden. Da wurde mir erst richtig bewusst, dass das mein letzter Abend mit Sophia für sieben Monate sein würde. Ich musste so viel weinen, das kannte ich gar nicht von mir.

Sophia: Schon seit der 11. Klasse stand der Plan, mit meiner besten Freundin Work and Travel in Australien zu machen. Der Abschied von Pascal war trotzdem schrecklich. Am Tag vor meinem Abflug hat er bei mir übernachtet. Ich habe so viel geweint: die halbe Nacht, auf dem Weg zum Flughafen und als ich im Flugzeug saß und das Fotobuch durchblätterte, das er mir vor dem Abflug geschenkt hat.

Pascal: Ich fand sieben Monate viel zu lang. Ich wollte selbst mit einem Kumpel in Mittelamerika verreisen und fand, dass zwei, drei Monate doch ausreichen, um viel von einem Land zu sehen. Das war oft ein Streitthema zwischen Sophia und mir. Ich verstand dann aber recht schnell, wie wichtig diese Reise für sie war, und unterstützte sie bei der Planung. Ich dachte mir, unsere Großeltern sind auch schon seit jungen Jahren zusammen und haben so viel durchgestanden: Dann schaffen wir das auch.

Sophia: Meine Freundin und ich mieteten uns einen Van und fuhren die australische Ostküste entlang. Alle Leute, die ich auf dem Weg traf, sagten mir: Das mit Pascal hält niemals. Aber die wussten nichts über ihn und unsere Beziehung. Wir kennen uns seit der fünften Klasse, waren seit der achten eng befreundet. Ich war sicher, dass wir diese Monate überstehen.

Pascal: Als Sophia knapp zwei Wochen in Australien war, machte ich mit einem Kumpel einen Trip durch die USA und Mittelamerika . Wenn man im Heli über den Grand Canyon fliegt, denkt man natürlich nicht so viel an die Freundin wie abends, wenn man allein schlafen geht. Mir hat Sophias Nähe gefehlt. Und in vielen Situationen habe ich auch gedacht: "Oh Mann, das würde Sophia jetzt gefallen."

Sophia: Am Anfang haben wir fast jeden Tag geschrieben und telefoniert. Doch als auch Pascal reiste, konnten wir wegen der Zeitverschiebung wochenlang kaum telefonieren. Ich jobbte damals in einem Hotel in Sydney. Wenn ich Feierabend hatte, war es bei ihm in Mexiko mitten in der Nacht. Weil wir kaum voneinander hörten und so unterschiedliche Sachen erlebten, fragte ich mich schon manchmal: Entfernt uns das voneinander?

Pascal: Einmal hat Sophia mir erzählt, dass sie gleich mit ihren Mitbewohnern aus dem Hostel in Sydney feiern gehen würde. Ich war nicht wirklich eifersüchtig, aber so richtig toll fand ich das natürlich auch nicht. Es war ein komisches Gefühl, weil wir sonst immer gemeinsam feiern waren. Aber es war auch kein echtes Problem für mich, ich vertraue ihr ja.

Sophia: Mich hat in Australien nie ein anderer Typ interessiert. Ich hatte auch keinen Zweifel, dass ich zurückkomme und Pascal da auf mich wartet.