Au-Pair

Margarethe Groos, 19, war Au-pair in Concord, Massachusetts, bei einer Familie mit drei Kindern

DIE ZEIT: Wie bist du darauf gekommen?

Margarethe Groos: Es war schon immer mein Traum, in die USA zu gehen. Und schon während der Schule habe ich als Babysitterin gejobbt, Blockflötenunterricht gegeben und Kinder im Schwimmen trainiert. Auf einer Jobmesse in der Oberstufe habe ich den Stand der Au-pair-Agentur Cultural Care entdeckt und dachte: "Au-pair passt gut zu mir!"

DIE ZEIT: Wie lief die Vorbereitung?

Groos: Ein Jahr vor dem Abflug war ich zum ersten Mal bei einem Meeting, auf dem das Au-pair-Programm vorgestellt wurde. Es kostete etwa 1500 Euro, Flüge inklusive. Für die Bewerbung musste ich Fragebögen ausfüllen und brauchte Referenzen über meine Tätigkeiten mit Kindern. Das alles habe ich in mein Konto auf der Agentur-Website hochgeladen. Dann begann der Matching-Prozess. Ich hatte mit etwa zehn Familien per Mail Kontakt, mit einigen davon habe ich auch geskypt. Viele hatten nur ein Kind. Ich fand drei besser.

DIE ZEIT: Was waren deine Aufgaben?

Groos: Als ich ankam, waren die Zwillinge sechs Jahre alt, die Kleine 13 Monate. Ich habe für sie gekocht und die Wäsche und ihre Betten gemacht. Ich habe sie zum Schwimmen, zum Kinderturnen, zu Verabredungen oder zur musikalischen Früherziehung gefahren, war mit ihnen auf dem Spielplatz oder habe zu Hause mit ihnen gespielt. Nach dem Abendessen haben die Gasteltern übernommen, und ich hatte Zeit wegzugehen. Nach Boston war es nur eine gute halbe Stunde mit dem Auto. Da ist es sehr schön! Pro Woche bekam ich 200 Dollar Taschengeld. Damit bin ich auf Reisen gegangen, wenn ich mal ein paar Tage freihatte.

DIE ZEIT: Was waren die Highlights?

Groos: Meine Familie war supernett! Ich vermisse die morgendlichen Umarmungen der Kinder. Es war etwas Besonderes, dass die Kleine mit mir laufen und sprechen gelernt hat. Richtig schön war auch Weihnachten. Wir hatten dreißig Zentimeter Neuschnee, das hatte ich noch nie erlebt. Der Kontakt zu den anderen Au-pairs war auch toll. Die kamen aus ganz verschiedenen Ländern. So lernte ich gleich mehrere Kulturen kennen.