"Landschaft mit Gebirgssee am Morgen" von C. D. Friedrich © Sotheby's

Auf bedeutende Gemälde von Caspar David Friedrich müssen Sammler meist lange warten. Der deutsche Frühromantiker ist so beliebt und gesucht, dass die meisten seiner Bilder längst in öffentlichen und privaten Sammlungen hängen. Das Auktionshaus Christie’s konnte zuletzt im Oktober 1999 in London das gefällige Kleinformat Zwei Männer in Betrachtung des Mondes (1830) für 772.000 Pfund versteigern. Sieben Jahre später kostete die pastellfarbene Stadtansicht Sonnenuntergang hinter der Dresdner Hofkirche (1824) im Auktionshaus Sotheby’s mit 1,1 Millionen Pfund das Fünffache des ursprünglichen Schätzpreises. Papierarbeiten wie die im Frühjahr vom Berliner Auktionshaus Grisebach in Berlin versteigerte aquarellierte Bleistiftzeichnung Mittelgebirgslandschaft werden häufiger angeboten, erreichen inzwischen jedoch auch sechsstellige Zuschläge.

Für den 12. Dezember kündigt Sotheby’s nun die Versteigerung von gleich zwei Friedrich-Bildern an, die beide aus einer prominenten deutschen Sammlung stammen und seit Jahrzehnten nicht mehr den Besitzer gewechselt haben.

Das größere, Landschaft mit Gebirgssee am Morgen (Schätzpreis 2,2 bis 3,4 Millionen Euro), stammt aus der Privatsammlung der Wissenschaftlerin und Unternehmerin Erika Pohl-Ströher (Wella). Das kleinere, Sonnenblick im Riesengebirge (560.000 bis 789.000 Euro), hat die deutsch-schweizerische Kunsthändlerfamilie Nathan eingeliefert.

Sollte nun ein Caspar-David-Friedrich-Sammler zwei Wochen vor Weihnachten in London gleich beide Gemälde erwerben wollen, kann er trotzdem nicht mit einem Mengenrabatt rechnen. "Nein", antwortet Tessa Kostrzewa von Sotheby’s, Expertin für europäische Gemälde des 19. Jahrhunderts, auf die entsprechende Frage und lacht. "So etwas gibt es nicht, auch wenn man den Wunsch verstehen kann. Aber die beiden Bilder haben ja nicht nur unterschiedliche Formate. Sie stammen auch von unterschiedlichen Besitzern, die jeweils einen Anspruch auf den echten Wert ihres Werkes haben."