© Hanser

1 (-) Roma Agrawal: Die geheime Welt der Bauwerke
A. d. Engl. v. Ursula Held; Hanser; 352 S., 24,– €

Wir arbeiten in ihnen, spazieren über sie und fahren durch sie hindurch: Dass Hochhäuser dem Sturm trotzen, Brücken und Tunnel dem Verkehr und der Schwerkraft standhalten, ist fast ein Wunder – und der Ingenieurskunst zu verdanken. Roma Agrawal weiht uns ein in die Geheimnisse der Statik. Ein populäres Sachbuch über das Bauen, geschrieben von einer bedeutenden Ingenieurin unserer Zeit. 55 Punkte



© Suhrkamp

2 (–) Wilhelm Heitmeyer: Autoritäre Versuchungen. Signaturen der Bedrohung 1
Suhrkamp; 394 S., 18,– €

Der Rechtsruck bedroht die westlichen Demokratien. Wilhelm Heitmeyer hat diese Tendenzen frühzeitig thematisiert. 2001 warnte er, die Globalisierung gehe mit einem sozialen Kontrollverlust einher, der zum Aufstieg des autoritären Kapitalismus und zu Rechtspopulismus führe. In seinem neuen Buch knüpft er an diese Analysen an und macht sie für eine Diagnose der aktuellen Situation fruchtbar. 54 Punkte


© C. H. Beck

3 (–) Jörn Leonhard: Der überforderte Frieden. Versailles und die Welt 1918–1923
C. H. Beck; 1531 S., 39,95 €

Aus aller Welt kamen im Frühjahr 1919 Diplomaten und Staatsmänner nach Paris, um den größten Krieg, den die Welt bis dahin gesehen hatte, zu beenden und eine neue Friedensordnung zu errichten. Mit dem Blick für die globalen Zusammenhänge erzählt Jörn Leonhard, wie die Welt vom Krieg in den Frieden schlitterte und was diese Zeitenwende für den weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts bedeutete. 51 Punkte



© KiWi

4 (–) Virginie Despentes: King Kong Theorie
A. d. Franz. v. Claudia Steinitz und Barbara Heber-Schäfer; KiWi; 160 S., 9,99 €

Gleich zu Beginn ihres autobiografischen Essays stellt Virginie Despentes klar, für wen sie schreibt: für die Unzufriedenen, die Ausgegrenzten, für die, die in keine Schublade passen. Ein wütendes feministisches Pamphlet gegen Männlichkeitswahn, das Opferdasein und die Beschränkung des Menschen auf Geschlechter- und Rollenklischees. Zudem ein Plädoyer für das Recht auf Selbstbestimmung. 33 Punkte

© S. Fischer Verlage

4 (–) Andreas Rödder: Wer hat Angst vor Deutschland?
Geschichte eines europäischen Problems S. Fischer; 368 S., 20,– €

Deutschland steckt in einem Dilemma. Es wird erwartet, dass es politische Führung übernimmt. Doch zugleich ist der Vorwurf der deutschen Dominanz programmiert. Der Historiker Andreas Rödder erzählt von dem, was dahintersteckt: von der Geschichte "deutscher Stärke", von deutschen Selbstbildern und vom Verhältnis zu den Nachbarn. Ein politischer Essay zu einer höchst kontroversen Debatte. 33 Punkte



© DuMont

6 (8) Sue Black: Alles, was bleibt. Mein Leben mit dem Tod
A. d. Engl. v. K. Bielfeldt u. J. Bürger; DuMont; 416 S., 24,– €

Dieses Buch ist eine unsentimentale, aber berührende Annäherung an den Tod. Die weltweit führende forensische Anthropologin und Anatomin Sue Black zieht hier das Fazit ihrer bahnbrechenden Karriere. Sie setzt sich mit den Spielarten des Todes, ihren Ängsten, dem Sterben ihrer Eltern und ihrer eigenen Sterblichkeit auseinander und plädiert für einen anderen Umgang unserer Gesellschaft mit dem Tod. 32 Punkte

© Hanser

7 (–) Max Czollek: Desintegriert euch!
Hanser; 208 S., 18,– €

Max Czollek ist dreißig, jüdisch und wütend. Denn hierzulande herrschen seltsame Regeln: Ein guter Migrant ist, wer aufgeklärt über Frauenunterdrückung, Islamismus und Demokratiefähigkeit spricht. Ein guter Jude, wer zu Antisemitismus, Holocaust und Israel Auskunft gibt. Max Czolleks Streitschrift entwirft eine Strategie, das Theater zu beenden: durch Desintegration. Dieses Buch ist die Polemik der Stunde. 30 Punkte



© Piper

8 (-) Kai Strittmatter: Die Neuerfindung der Diktatur
Piper; 288 S., 22,– €

China ist Boomland, längst einer der Motoren der Weltwirtschaft. Innenpolitisch blieb das Land autoritär, außenpolitisch zurückhaltend. Doch unter Xi Jinping, dem mächtigsten Staats- und Parteichef seit Mao, erfindet sich der autoritäre Staat neu, in offener Konkurrenz zum Westen. Kai Strittmatter beschreibt die Mechanismen der Diktatur und zeigt, was Chinas Entwicklung für uns bedeutet. 28 Punkte




© Berenberg

9 (–) Jeanette Erazo Heufelder: Welcome to Borderland. Die US-mexikanische Grenze
Berenberg; 256 S., 25,– €

Die berühmteste Grenze der Welt seit der Berliner Mauer: 1950 Meilen vom Pazifik bis zum Golf von Mexiko. Donald Trump will hier eine Mauer bauen. Dabei sind in dieser Grenzregion die Menschen schon immer in beide Richtungen unterwegs gewesen. Heufelder beschreibt die mythenumwobene Vergangenheit und die von Gewalt, Drogenmafias und friedlichem Miteinander geprägte Gegenwart. 25 Punkte



© Suhrkamp

9 (–) Peter Sloterdijk: Neue Zeilen und Tage. Notizen 2011–2013
Suhrkamp; 540 S., 28,– €

© Rowohlt

Nach längerer Bedenkzeit hat Sloterdijk einen zweiten Band seiner Tagebücher vorgelegt. Wer das Vorgängerbuch gelesen hat, kann sich der Fortsetzung ebenso wenig entziehen wie den Verlockungen der buchlangen Transformation, Privates als Öffentliches auszuweisen und umgekehrt. Zeilen und Tage vereint in einer grandiosen Mischung Gesellschaftsroman und Gesellschaftsanalyse. 25 Punkte



9 (–) Margarete Stokowski: Die letzten Tage des Patriarchats
Rowohlt; 320 S., 20,– €

Seit 2011 schreibt die Spiegel Online-Kolumnistin Margarete Stokowski Essays, Kolumnen und Debattenbeiträge. In den gesammelten Texten analysiert sie den Umgang mit Macht, Sex und Körpern, die #MeToo-Debatte und den Rechtspopulismus, sie schreibt über Feminismus und Frauenkörper, über Pornos, Unisextoiletten und die Frage, warum sich Feminismus und Rassismus ausschließen. 25 Punkte



© Campus

9 (-) Shoshana Zuboff: Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus
A. d. Engl. v. Bernhard Schmid; Campus; 727 S., 29,95 €

Die Menschheit steht am Scheideweg, sagt die Harvard-Ökonomin Shoshana Zuboff. Bekommt die Politik die wachsende Macht der Hightech-Giganten in den Griff? Wie reagieren wir auf die neuen Methoden der Verhaltensauswertung und -manipulation, die unsere Autonomie bedrohen? Akzeptieren wir neue Formen sozialer Ungleichheit? Zuboffs Buch liefert eine neue Erzählung des Kapitalismus. 25 Punkte