Er verbeuge sich ungern, hat er mal gesagt, muss das aber von Berufs wegen tun. Dafür gibt’s dann Beifall und Bewunderung, und das wiederum ist ganz in seinem Sinne. Schon als Kind wusste er, dass er Publikum braucht. Hat sich angeblich aufs Fensterbrett gestellt und gedroht, zu springen – nur damit man ihn beachtete. "Ich habe immer diese Sehnsucht nach dem großen Moment. Das Leben rauscht so vorbei, man kann es nicht festhalten. Beim Theaterspielen [...] bleibt die Zeit stehen und der Moment wird unendlich."

Seine Hausbühne hat er sich nach der Ausbildung bewusst gewählt und gibt dort seitdem am liebsten die schillernde Rampensau. Dem Puschenkino sei Dank kennen ihn heute aber auch viele Leute, denen Parkett oder Loge fremd sind. Zweimal spielte er einen zum Fürchten, der durch die Wände gehen konnte, scheinbar. Bleibend auch die Auftritte als Transsexuelle, als verzweifelt Liebender, als Dichter – ihn interessieren die vielschichtigen und zwiespältigen Charaktere, dann kann er Leib und Seele radikal entblößen.

Seine zweite Passion gehört der Musik, als Kind träumte er von einem Leben als Popstar, heute legt er manchmal Platten auf oder tritt in Musikvideos auf. "Ich mache nichts anderes, als mich mit meiner Wirkung auf andere zu beschäftigen", lautet bei alldem die kuriose Selbstanalyse. Vielleicht gelingt ihm das so gut, weil ihm das stabile Privatleben inneren Halt gibt.

Seine Frau ist Künstlerin wie er und seit bald 20 Jahren die erste Kritikerin: "Ihr Urteil ist das wichtigste für mich." Wer ist’s?

Lösung Nr. 43:

Der in Wien geborene Friedensreich Hundertwasser (1928 bis 2006) lernte Yves Klein und Michel Tapié kennen und setzte sich mit dem Tachismus auseinander. 1962 war er auf der Biennale in Venedig, 1964 auf der Documenta. In der Nachfolge des "Hundertwasserhauses" in Wien entwarf er ab 1990 vor allem Architektur