Vom 25. bis 28. Oktober findet in Seiffen im Erzgebirge das jährliche Schachsammlertreffen der Chess Collectors International statt. Ein idealer Ort, an dem typische Bergmanns-Schachspiele in der Sonderausstellung Schach im Erzgebirgischen Spielzeugmuseum nicht nur gezeigt, sondern auch unmittelbar vor Ort mit der Hand geschnitzt werden: mit Hauern als Bauern, Steigern als Läufern und dem Berghauptmann als König.

Und wie es der Kalender so will, würde Emanuel Lasker (1868 bis 1941) heuer seinen 150. Geburtstag feiern. Deshalb wird der Schachhistoriker Michael Negele in Seiffen den ersten Band einer dreibändigen Biografie des bislang einzigen deutschen Schachweltmeisters vorstellen. 27 Jahre lang, von 1894 bis 1921, hatte Lasker den WM-Thron inne – wohl ein Rekord für die Ewigkeit. Noch mit fast 70 zählte er zu den Besten der Welt und war um die Jahrhundertwende einer der bekanntesten Deutschen neben Wilhelm II. Doch stets schaute er als Weltbürger weit über den Mikrokosmos Schach hinaus, schrieb Bücher über Philosophie und diskutierte als promovierter Mathematiker nicht nur mit dem befreundeten Einstein dessen Relativitätstheorie, sondern hinterließ auch ein nach ihm benanntes Theorem.

Beim Turnier in St. Petersburg 1896 musste er gegen seinen größten Rivalen, den Amerikaner Harry Nelson Pillsbury, unbedingt gewinnen. Nach einer herrlichen Kombination mit einem doppelten Turmopfer konnte Lasker als Schwarzer in fünf Zügen matt setzen. Wie kam’s?

Lösung aus Nr. 43:

Welcher Einschlag gewann für Schwarz?

Nach dem Läuferopfer 1...Lxa4! gab Weiß schon auf, weil er nach 2.Dxa4 (auch 2.Dd2 Lxd1 3.Dxd1 Dxe4 ist hoffnungslos) Dxe4 mit der doppelten Mattdrohung 3...Dxe1 und 3...Dxg2 völlig verloren ist: 3.Kf2 Sd3+