Viel Ungerechtes wird zurzeit über den Verfassungsschutz der Republik Österreich verbreitet. Beispielsweise wusste eine Zeugin des Untersuchungsausschusses, der das Innenleben dieser Behörde unter die Lupe nimmt, die erschreckende Tatsache zu berichten, dass es um das Englisch, welches das Führungspersonal der Terrorbekämpfer spricht, nicht gerade zum Besten bestellt ist. Das wäre freilich ein gewaltiges Handicap, Pardon: also ein gravierender Nachteil, weil sowohl ausländische Geheimdienste als auch so mancher Terrorist in dieser Sprache kommunizieren. Doch stimmt das überhaupt, ist Englisch wirklich die Lingua franca der Spionage? Ist allen Ernstes immer alles top secret?, sagt ein Agent tatsächlich stets "Let’s move", wenn er "Gemma!" meint? Im alltäglichen Dienstgebrauch mag das Englische vielleicht mitunter hilfreich sein, aber es unterliegt gewissen Einschränkungen. Einem ranghohen Beamten wird jetzt nachgesagt, er habe bei einem Essen mit ausländischen Kollegen, wahrscheinlich Emissäre der CIA oder des MI6, den Rehbraten, der auf der Speisekarte stand, mit der Bezeichnung "Bambi meat" versucht anschaulich zu machen. Obacht, Falle! Erstens ist Bambi ein kleiner Weißwedelhirsch (Odocoileus virginianus) und kein Rehkitz (Capreolus capreolus), was schon fachsprachlich einen großen Unterschied macht. Und zweitens, das wiegt schwerer, handelte es sich um einen Lunch unter Agenten. Das heißt: Nichts darf dabei wörtlich genommen werden, alles ist getarnt und getäuscht, die Konversation ist von Anfang bis zum Ende codiert, und der wahre Sinn der Wörter für den Außenstehenden ein einziges Enigma. Bambi als Reh zu bezeichnen ist im Geheimdienstidiom eine häufig verwendete Chiffre. Da alle Welt glaubt, Bambi wäre eines, wird mit dieser geschickten Sprachvolte ein weitverbreitetes Gerücht angesprochen, das jeder Grundlage entbehrt. Genauso verräterisch ist es, wenn ein Agent ein "Turkey-Schnitzel" bestellt. Hier führt der Weg eindeutig in die Drogenszene. Hingegen weist die finale Frage: "Dessert?", stets auf der ersten Silbe betont, ganz klar auf einen Einsatz im Nahen Osten hin. Schwieriger zu decodieren ist da schon die Bestellung "Bœuf Stroganoff". Natürlich ist da mit Stroganoff der Russe im Spiel, doch Bœuf klingt im stets wachen Ohr des Agenten seltsam nach Horsd’œuvre, also nach einem kleinen Happen, der mit einem schnellen Schnappen leicht verschlungen werden kann. Na, verstanden? Who knows? Wird übrigens oft mit "welche Nase" übersetzt. Ist aber keine Anspielung auf Kokaingeschäfte, sondern ein Kürzel für vollkommene Ratlosigkeit. Und die befällt einen angesichts der inkompetenten crème de la crème des BTV, weswegen man vor Zorn schreien möchte. Oder wie der Agent bei Tische sagt: "Crème brûlée!"