Der Ausländeranteil an der Bevölkerung des zweitkleinsten EU-Landes wächst seit vielen Jahren beständig. Im Jahr 2011 lag er noch bei 43 Prozent, in diesem Jahr beträgt er schon 47,9 Prozent. Daraus folgt als Antwort auf die Frage: Noch haben 52 Prozent der Einwohner einen luxemburgischen Pass, aber voraussichtlich werden sie bald in der Minderheit sein.

Ja, der Wasserkopf der EU-Institutionen!, wird jetzt mancher seufzen. Doch der größte Teil der Nichtluxemburger arbeitet weder in der europäischen Verwaltung noch im Bankgewerbe. Die mit Abstand größte Ausländergruppe im Großherzogtum stellen nicht etwa die Nachbarn aus Frankreich (7,6 Prozent), Belgien (3,4 Prozent) oder Deutschland (2,2 Prozent), sondern mit großem Abstand stellt sie ein anderes Land: Jeder sechste Bewohner Luxemburgs kommt aus Portugal. Und diese Einwanderer arbeiten nicht am oberen Ende der Einkommensskala, sondern am unteren. Die Männer in der Industrie und im Bauwesen, die Frauen als Reinigungskräfte und Haushaltshilfen.

Warum Portugal? Nach dem Zweiten Weltkrieg sind es zunächst die Italiener gewesen, die als Arbeitskräfte nach Luxemburg geholt worden sind. Aber im Jahr 1970 schloss man Anwerbeabkommen mit Jugoslawien und Portugal ab. Insbesondere den Portugiesen wurde es leicht gemacht, sich dauerhaft niederzulassen. Diese Zuwanderung hält bis heute an und sorgt (zusammen mit dem Zuzug von Verwaltungsmitarbeitern für die EU-Institutionen) für die einzigartig hohe Ausländerquote im Land.

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