I. Tue Gutes ...

"Es gibt nichts Gutes. Außer man tut es." Die Sentenz von Erich Kästner wird gern auf Charity-Auktionen zitiert. Wobei nicht selten eine gehörige Portion Eigenlob im Spiel ist. "Charity" ist eine recht vieldeutige Vokabel. Sie kann Almosen und Gnadenbrot meinen, auch Barmherzigkeit, Nächstenliebe und nicht zuletzt Wohltätigkeit. Aber eine Charity-Auktion will Öffentlichkeit, braucht Publikum – und giert nach Lob.

II. Alles kostenlos?

Charity-Auktionen werden allenthalben und allerorten organisiert. Mal wollen sie den Kampf gegen Aids oder "Kinder in Not", mal Flüchtlinge oder arme Künstler, mal ein Museum, die Sporthilfe oder eine wohltätige Stiftung unterstützen. Dafür sollen dann auch Künstler Werke spenden. Und von Auktionshäusern wird erwartet, dass sie den Auktionator und ihre Infrastruktur zur Verfügung stellen, kostenlos natürlich. "Für den guten Zweck", wie immer wieder betont wird – und für die PR des Veranstalters.

III. PR muss sein

Die Versteigerung selbst versteht sich dann gewöhnlich als "gesellschaftliches Ereignis", bei dem man sich zeigt – und zeigt, was man sich leisten kann. Also zahlt man oft mehr, als die versteigerte Sache eigentlich wert ist. Und weil die "gute Tat" gewürdigt sein will, kommt es auf die Inszenierung, auf die PR davor und danach an. Deshalb ist die Gefahr groß, dass die Organisation ein Gutteil von dem verschlingt, was die Auktion einträgt. (Was sich online als "Charity-Auktion" anpreist, sei beiseitegelassen, weil es allzu sehr nach Geschäftemacherei riecht.)

IV. Steuerlich abzugsfähig?

Es geht um Geld – auch um Steuern. Der Spender der Sache kann eine Spendenbescheinigung in Höhe ihres Werts erwarten. Aber auch der Bieter, der den Gegenstand ersteigert hat, darf diese Vergünstigung für jenen Teil seines Gebotes beanspruchen, der den "gemeinen Wert" der Sache messbar übersteigt. Nur, bei Kunst ist das schwierig, weil es da gewöhnlich heißt, das Werk ist so viel wert, wie dafür bezahlt wird.