Die Zeit der wilden Partys ist lange vorbei. Seit Heiner Lauterbach vor Jahren Herzrhythmusstörungen bekam, hat er sein Leben gründlich umgekrempelt. Heute achtet der Schauspieler auf seine Gesundheit. Das Interview gibt er gut gelaunt auf einer Golfanlage. Er will später noch eine Runde spielen, tägliche Bewegung ist ihm wichtig. Woher nimmt einer die Disziplin, sich so grundlegend zu ändern? Ein Gespräch mit dem Psychologen Louis Lewitan.

ZEIT Doctor: Herr Lauterbach, Sie leben heute sehr gesund, treiben viel Sport, haben sogar ein eigenes Fitnessstudio zu Hause. Ihre Autobiografien erzählen die Geschichte eines Wandels. Warum war Ihnen wichtig, davon zu erzählen?

Heiner Lauterbach: Ich habe unglaublich viele lange Briefe und E-Mails von Lesern bekommen, die mir schrieben, ich hätte ihnen Mut gemacht. Das ist für mich das Schönste überhaupt.

ZEIT Doctor: Sie haben sich einen Trainingsplan auferlegt und ernähren sich gesund. Das klingt asketisch. Darf ich fragen: Wann haben Sie das letzte Mal gelacht?

Heiner Lauterbach © Julian Baumann für DIE ZEIT

Lauterbach: Och, gerade eben mit meiner Frau. Ich habe uns Rühreier gebraten, und meine Frau hat erst geschimpft, weil ich Dill drangemacht habe, obwohl sie Dill nicht so mag. Am Ende hat sie die Eier dann aber noch schneller weggeputzt als ich – da haben wir uns angeguckt und gelacht. Wir machen zurzeit Intervallfasten: Wir essen nur innerhalb von acht Stunden und dann 16 Stunden lang nichts. Deshalb haben wir morgens so großen Hunger.

ZEIT Doctor: Warum haben Sie sich dazu entschlossen?

Lauterbach: Nach einer Reise mit der Familie hatte ich vier Kilo zugenommen, die wollte ich möglichst schnell wieder abnehmen. Das Intervallfasten hilft mir, kontrolliert abzunehmen: Ich esse nur zweimal am Tag. Eben habe ich gefrühstückt, dann esse ich noch mal am Nachmittag und danach bis morgen früh nichts mehr. Ich ziehe das stur durch.

ZEIT Doctor: Wie motivieren Sie sich, das durchzuhalten?

Lauterbach: Ich schreibe mir täglich alles auf: rechts das Datum, dann das Gewicht und wie lange ich Sport gemacht habe. Daneben steht der Fettanteil, wie oft ich gegessen habe und ob ich Alkohol getrunken habe.

ZEIT Doctor: Haben Sie diese Methode für sich erfunden?

Lauterbach: Ich dachte mir: Wenn du dokumentierst, wie gut dir das tut, dann ist das ein zusätzlicher Anreiz, dann hilft dir das vielleicht in den blöden Momenten. Der schönste Moment ist, morgens auf der Waage zu stehen – und der blödeste ist abends, wenn man hungrig ins Bett geht und nichts mehr essen darf.

ZEIT Doctor: Was machen Sie gegen Ihr Hungergefühl?

Lauterbach: Ich habe da einen Trick: Ich mache mir einen Smoothie und bereite den ziemlich hardcore zu. Da kommt eine halbe Birne rein, Ingwer, viel Gerstengras und Weizenpulver. Das schmeckt schon sehr medizinisch, aber wenn ich weiß, es ist gesund, dann schmeckt mir das.