Der harte Kern: Knochen sind nicht nur unser innerstes Gerüst, sie geben Nährstoffe ab, bilden Blutzellen und prägen unser Leben

Mit dem Hüftknochen fängt alles an: Da müssen wir bei der Geburt durch – es sei denn, wir kommen per Kaiserschnitt zur Welt. Diese Tatsache hat im Laufe der Evolution Konsequenzen nach sich gezogen, die unser ganzes Leben beeinflussen. Als der Mensch seinen aufrechten Gang entwickelte, wurde der Raum zwischen den Hüftknochen allmählich schmaler. Gleichzeitig wuchs das Gehirn des Homo sapiens, was seinen Schädel vergrößerte. Die Folge: Die menschlichen Babys durften bei der Geburt nicht zu groß sein, um mit ihrem Köpfchen durch Mamas immer engere Hüftknochen zu passen. Aus diesem Grund wird der Mensch so früh geboren – wenn er noch ausgesprochen klein und unreif ist. Kaum ein anderes Lebewesen ist nach der Geburt derart lange und intensiv auf die Hilfe der Großen angewiesen. Was wiederum die Entwicklung des menschlichen Soziallebens enorm beförderte und auch die der Sprache. Kommunikation steckt uns gewissermaßen in den Knochen.

Das Skelett hat im Körper zahlreiche Aufgaben: Ohne die Halte- und Tragefunktion dieses Gerüsts würde der Mensch unter seinem eigenen Gewicht zusammenklappen. Die Rippen schirmen das Herz ab, der Schädel schützt das Gehirn. Im Knochenmark reifen Blutzellen heran. Die Knochen fungieren als Kalziumspeicher und geben bei Bedarf kleine Mengen des Mineralstoffs ins Blut ab. Und dann ist da noch das Wachstum: Wenn die Ernährung eines Kindes ausreichend Kalzium und Vitamin D enthält, wachsen die Knochen so lange, wie es seine genetische Ausstattung zulässt. Und danach sieht es bei den Deutschen aus: Ihre Durchschnittsgröße steigt seit Jahrzehnten an. Um die Ernährung kann es also hierzulande nicht so schlecht bestellt sein. Da haben wir in den vergangenen Jahrtausenden offenbar mal ein paar Dinge richtig gemacht.

Häufigkeit von Osteoporose

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Zu wenig Bewegung erhöht das Risiko für eine Osteoporose, den starken Verlust an Knochendichte – erst recht mit steigendem Alter. Knochen lieben Belastung. In ihrem Inneren entstehen dabei winzige Risse, die das Gewebe anregen, sich zu erneuern. Rauchen, Crashdiäten und kalziumarme Ernährung sind Risikofaktoren für Osteoporose. Frauen sind stärker betroffen, besonders nach den Wechseljahren.

Radiologische Untersuchungen

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Mehr als 120 Millionen Röntgenbilder werden in Deutschland jährlich angefertigt. Sie sind die häufigsten aller radiologischen Untersuchungen. Doch der größte Teil der Strahlenbelastung der Patienten rührt von Computertomografien her, nicht vom Röntgen.

Knochenaufbau

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Grundbaustein des Skeletts ist Kalzium. Verbunden mit Phosphat bildet der Mineralstoff im Knochen kleine Kristalle. Diese verleihen ihm seine Stabilität und Härte. Kalziumreiche Ernährung ist daher so nützlich: mit viel Milch, Milchprodukten, insbesondere Parmesan, aber auch mit Brokkoli, Rucola, Grünkohl, Haselnüssen und Hülsenfrüchten.

Oberschenkelknochen

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Er ist der größte im menschlichen Körper: der Oberschenkelknochen. Der kleinste ist der Steigbügel: Das Gehörknöchelchen misst nur 3,3 Millimeter. Wale habe zwar große, aber weniger massive, elastische Knochen, weil das Meerwasser ihre Körper stabilisiert.

Knochenbrüche pro 100.000 Einwohner/Jahr

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Ihr Gewebe ist fester als Stahl und Beton. Brechen können Knochen trotzdem. In jungen Jahren sind sie flexibler, sodass am ehesten Sportunfälle oder starke, äußere Gewalt zu Brüchen führen. Im Alter ist Osteoporose die Hauptursache, wenn bei einem Sturz etwa der Schenkelhals bricht. Um wieder zu heilen, braucht der Erwachsenenknochen im Schnitt zwölf Wochen.