Wie erfindet man eine neue Sportart? Das ist ganz einfach – und außerdem eine wunderbare Methode, die Menschen immer wieder neu zu begeistern und ihnen Kurse, Trainingscamps oder Ausrüstung zu verkaufen. Für eine neue Sportart braucht man einen Namen, mit dem man angeben kann, einen Forscher, der das alles irgendwie wissenschaftlich erklärt, und natürlich das richtige Equipment.

Eigentlich geht es vor allem um das Equipment. Schauen Sie mal daheim im Keller nach. Vielleicht finden Sie dort Ihre abgelegten Nordic-Walking-Stöcke, dann werden Sie verstehen. Nachdem Sie die Stöcke frustriert weggepackt haben, haben Sie vielleicht Bücher über Waldbaden gekauft oder entsprechende Einführungskurse besucht. Doch auch diese Investitionen waren vergebens. Denn erst jetzt erfahren Sie (diesmal aber wirklich!), wie Sie gesund, schön und jung bleiben können, ohne sich allzu sehr anstrengen zu müssen. Durch Slow Jogging. Das ist jetzt ganz neu.

Einen Wissenschaftler gibt es natürlich auch. Hiroaki Tanaka von der Fukuoka-Universität in Japan kann erklären, warum Slow Jogging so gesund ist, womit er vermutlich sogar recht hat. Und weil natürlich kein Trend ohne Einkaufstipps auskommt: Auf Sportwebsites wird längst eindringlich davor gewarnt, Slow Jogging mit normalen Joggingschuhen zu versuchen. Weil deren Ferse zu stark gepolstert sei, drohten schlimme Schäden! Einzig mögliche Schlussfolgerung: die richtigen Schuhe kaufen. Was auch sonst.

Slow Jogging ist, wie der Name schon sagt, langsames Jogging. Wem auch das zu schnell ist, der kann es durch schnelles Gehen ersetzen oder auch durch mittleres oder langsames Gehen. Lassen Sie sich von Profis beraten, welche Top-Sportart am besten für Sie geeignet ist. Hören Sie aber nicht auf Leute, die Ihnen raten: "Mensch, beweg dich doch einfach mal an der frischen Luft!" Das kann ja schließlich jeder sagen.